NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Erstauflage, NEO und Anderes
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Laurin
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NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Laurin » 01.01.2016, 20:10

Liest eigentlich noch jemand außer mir derzeit bei NEO mit? Ich hatte - obwohl ich das NEO-Konzept schon eigentlich grundsätzlich nicht mag - der Serie anlässlich des neuen Expose-Autors mal wieder eine Chance gegeben.

Nach einem fullminanten Start dank des Autors Michael H. Buchholz wurde es leider in den Folgebänden bald dünner und verkam mehr und mehr zu einer Action-/Abenteuerjugendbuch-Serie, in der die Handlungslogik oft wenig glaubwürdig entwickelt wurde. Mitte des Zyklus hatte ich dann die Nase voll und mir geschworen, NEO zukünftig nicht mehr anzurühren, und quälte mich eigentlich nur noch durch die vorausgekauften Bände.

Mit Band 108 (wieder Buchholz) bekam das Ganze dann eine neue Handlungsausrichtung (Anschlag auf Bull, Entführung von Rhodans Sohn) und wurde wieder etwas interessanter.

Bull ist mittlerweile ein schnaufender 50-Jähriger Bartträger, eigentlich recht gut geschildert, Rhodan bleibt dagegen eher blass. Zellaktivatoren hat bislang keiner, nur Rhodan hat wohl (unbemerkt) eine Zelldusche erhalten.

Die politischen Zustände auf der Erde sind stark an die heutigen politischen Zustände angelehnt, allerdings gibt es eine Terranische Union, der die Mehrheit der Nationen (aber nicht alle!) angehören - und in der inzwischen Adams als Administrator sich erst mal (wegen der Verfolgung der Entführer, s.o.) verabschiedet hat, und nun eher die Unfähigen regieren. Bull ist Systemadmiral, Rhodan hat die ominöse Sonderrolle des 'Protektors' bekommen - wohl um überhaupt eine weitere Entwicklung der Abenteuer zu ermöglichen - beide sind aber im Prinzip weisungsgebunden.


Mir ist NEO eigentlich nicht gehaltvoll genug, und der Abenteuer-/Action-/Jugendbuchcharakter sagt mir nicht zu - ich werde aber den kommenden Posbi-Zyklus (weil ich die Posbis schon immer spannend fand) mal kaufen und auf Halde legen, und es nochmal mit der EA versuchen.

Wie geht es Euch dabei - liest noch einer mit?

Toloceste
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Toloceste » 01.01.2016, 23:03

100 bis 102 haben mir sehr gut gefallen.
Danach brach alles Mögliche an anderen Problematiken bisschen über mir zusammen, und ich kam nicht mehr rein, aber ich kaufe NEO jetzt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Cybermancer
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Cybermancer » 01.01.2016, 23:09

Also Band 111 konnte ich mir nicht zur Gänze geben, bin irgendwie immer aus der Story rausgeflogen.
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Laurin
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Laurin » 02.01.2016, 03:13

Ich bin aktuell erst bei 109.

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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Laurin » 17.01.2016, 05:15

So,
ich habe 110 und damit den aktuellen Minizyklus nun auch durch. Band 110 war nicht unspannend:
Spoiler
Thora folgt dem Entführer ihres Sohnes nach der Zerstörung ihres schweren Kreuzers mit einer überfüllten Space Jet in ein System, wo er eine eigene Basis unterhält. Fast zeitgleich taucht dort Perry mit der CREST auf, der eigentlich nach dem Arkoniden Crest sucht.

Hier kommt es nun zum Showdown, bei dem auch die Old Men (Addams, der ältere Tifflor, Doktor Manoli, Bai Jun, Mercant und Pounder) die mit Thora geflogen sind, eine Rolle spielen - und sich am Ende für die Rhodans opfern. Auch der eroberte Bestienraumer geht dabei über die Wupper.

Hier wurde also gründlich 'aufgeräumt', und nach 10 Jahren Erzählzeit sind eine ganze Reihe tragender Personen nicht mehr vorhanden. Dass man auch Addams, der wie man in der EA sieht ein großes Potential hat, mit über die Klinge springen lässt, fand ich sehr schade.
Interessant finde ich, wie unterschiedlich zur EA bei NEO die Raumschiffstechnik geschildert wird: Während die Kugelraumer in der EA meist wahre Wunderwerke sind, sind es bei NEO eher riesige träge Metallhaufen, die nur durch Stützfelder vorm Zusammenbrechen gehindert werden, die halbblind für kleine Objekte in ihrer Umgebung dahinnavigieren, nur mit schwachen Schutzschirmen ausgestattet und mit Waffensystemen, die bei voller Aktion erst mal wieder eine Wiederaufladungszeit benötigen. Auch die Navigation bei Raumschlachten im Raum wird zumindest ansatzweise versucht, realistischer darzustellen.


Von der Lesequalität fand ich den Zyklus jetzt weder schlecht noch richtig gut. Es gab einige wirklich gut erzählte Momente, aber auch Durchhänger und eine ganze Reihe kleinerer Unplausibilitäten - für mich als Lesestoff kein 'must have'. Ich werde den kommenden Posbizyklus erst mal auf Halde legen, aber bei der EA weiterlesen, mit der ich eine Weile pausiert hatte.

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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Kapaun » 17.01.2016, 12:59

Mein derzeitiges Hauptproblem mit Neo ist (abgesehen von schlecht durchdachten Plots) die Continuity, die Heft für Heft mit Füßen getreten wird. Bei den frühen klassischen PR-Heften war das insofern anders, als sie viel mehr eine abgeschlossene Handlung schilderten, wenn auch im Rahmen der großen Hintergrundgeschichte. Neo erzählt aber nur eine Geschichte, die durch die komplette Staffel gezogen wird. Kann man machen. Dann muss man sich aber sehr viel besser koordinieren, als das jetzt passiert.
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Ein Terraner » 17.01.2016, 13:06

Ist ab Band 100 die angekündigte Große Änderung eingetreten oder ist das immer noch so eine Pampe wie der versaue Anfang?
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Laurin » 17.01.2016, 15:00

Ich fand, es ist strukturell schon besser geworden, der neue Expose-Autor baut etwas bodenständigere Szenarien auf.

Eine wirkliche Leseempfehlung abgeben kann ich aber nicht - das liegt aber auch daran, dass ich das ganze NEO-Konzept 'wir erzählen alles nochmal, aber viel besser als die Orginalautoren' ziemlich fragwürdig finde. Es werden halt die vertrauten Namen und Personen verwendet, manche sind ähnlich geschildert, manche ähnlich, manche anders ... ich finde das alles etwas merkwürdig - besser als das Orginal ist es m.E. nicht.

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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Kapaun » 17.01.2016, 16:50

Rückblickend muss ich doch sagen, dass ich dieses Mischmaschszenario auch nicht so berückend finde. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Autoren entweder eng an die Vorlage gehalten oder etwas komplett Neues erfunden hätten. In letzterem Falle hätte man eigentlich auch auf den Markennamen verzichten und etwas wie "vom weltberüchtigten Perry-Rhodan-Team" dazuschreiben können. Hätte auch nicht unbedingt SF sein müssen; ich warte schon lange auf eine ganz klassische Fantasy-Serie.

Wie dem auch sei, ich könnte dennoch mit dem Mischmasch leben, wenn er wenigstens gut wäre. Durchdacht, ein gewisses Näheverhältnis zum aktuellen Stand der Wissenschaft, so dass man nicht jedes Heft Facepalm-Momente hat, und natürlich eine viel bessere Continuity. Das hätte mir schon gereicht.
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Cybermancer » 18.01.2016, 08:24

Also im Gegensatz zu FB's Handlungsentwurf sind die Fehler der jetzigen Expokraten Kleinkram.

Aber so richtig warm werde ich mit dem jetzigen Konzept auch nicht.

Vorallem da die arkonidische Magitechnologie (anders kann ich es nicht bezeichnen) den Erzählrahmen sowas von sprengt und man den Autoren anmerkt, dass sie nicht die Fähigkeiten (oder das Interesse) haben, ihr Setting zu durchdenken und nicht den Mut radikal mit der Borsch Ära zu brechen.

Das der Allianz-Komplex in irgendeiner Weise stringent aufgelöst wird, daran zweifele ich bis heute. Und dann Leyden und sein Nerv-Team und die Däniken-Versatzstücke. Nene das ist nix für mich.

Und die rosarote TU-Welt, so abgehoben von den wahren Konflikten, die bei einem Erstkontakt und der Übernahme einer 10000 jährigen Technologie zu erwarten wären, ist.

Ich bin eh der Meinung, dass das arkonidische Imperium mehr wie Orion's Arm, Transhuman Space oder Eclipse Phase aussehen würde. Letztere beide auf interstellare Maße aufgeblasen.

Wofür braucht man lichtschnelle Antriebe, die jedes Energiebudget sprengen? Warum ist die Cyber-/Bio-/Nanotechnologie so unterentwickelt?

Vergleicht doch einfach mal die Vorraussagen die hier geboten werden, mit dem was uns FB als Future World des Jahres 2036 anbietet.

NEO ist geschrieben, als hätte es die Neuerfindung der Space Opera nie gegeben.

Entäuschend ..............
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Re: NEO Zyklus - Die Wasserstoffatmer

Beitrag von Kapaun » 20.08.2016, 02:53

Lol! Ich bin grad eben mal wieder auf eine uralte kleine Farce gestoßen, die ich in der absoluten NEO-Anfangszeit mal geschrieben habe. Ich stell sie hier einfach nochmal rein. Es stecken etliche Spitzen und Ostereier drin, die ohne Kenntnis der ersten NEO-Hefte wohl gar nicht funktionieren, aber egal. Vielleicht hat der eine oder andere trotzdem noch Spaß daran:


WHISTLER


Die Whistler Weirdologics Company residierte im Erdgeschoss eines der unfertigen Häuser. Zwei der drei Räume besaßen noch keine Fensterscheiben, und die Angestellten nahmen die Pods, mit denen sie arbeiteten, abends mit nach Hause, damit sie nicht über Nacht gestohlen werden konnten. An diesem Montagmorgen lehnte sich John Foster Gobshite nachdenklich in seinem Sessel zurück, den irgendein findiger Innenarchitekt aus den Ersatzteilbeständen dieses bekloppten Topsiderschiffes geklaut hatte. Nicht unbedingt gemütlich, aber immerhin konnte man sitzen.

Vor John lag die übliche Morgenpost auf dem Schreibtisch, ein neues Programm-Modul für Robotersteuerungen von ATW. Man würde es scannen und dann versuchen müssen, die Übertragungsfehler auszumerzen. Wieso, zum Teufel, schickte dieser Entwickler seinen Kram nicht über das Netz wie alle anderen auch? Der Kerl war gut, keine Frage. Wenn auch völlig abgedreht. Komplett gaga. Heute zum Beispiel: Dieses Modul war absolut hirnrissig. Konnte gar nicht funktionieren. Aber das hatte John schon des öfteren gedacht, und dann funktionierte es doch. Nachdem sie die Übertragungsfehler vom Scannen beseitigt hatten.

Jedenfalls ging es so nicht weiter. John beschloss, der Sache diesmal auf den Grund zu gehen. Er wechselte in den Raum mit Fensterscheiben. Molly Pockledonkle, die Chefsekretärin und Produkttesterin, war damit beschäftigt, sich ein neuartiges Wärmesichtgerät vor die Augen zu schnallen.

"Hey", sagte sie. "Sie sind aber echt heiß, John!" Sie nahm das Gerät wieder ab und kreuzte auf ihrem Testbogen das Funktioniert-Kästchen an. "Was kann ich für Sie tun?"

"Ach", sagte John, "diese Programm-Module von ATW, die Sie mir immer morgens auf den Schreibtisch legen - wie und vom wem bekommen Sie die eigentlich?"

"Ich?", fragte Molly und machte große Augen. "Ich lege Ihnen gar nichts auf den Schreibtisch. Diese Zettel sind immer schon da, wenn ich komme. Ehrlich."

*

John rieb sich die Augen. Sein Vorstoß bei Molly war schmählich gescheitert, und ein ähnliches Gespräch mit seinem Kollegen Mao "The Dung" hatte auch nichts ergeben. Mao hatte vorgeschlagen, man könne ja mal den ominösen Firmengründer von Whistler Weirdologics kontaktieren, diesen Lord Grey, oder wie er hieß. Aber John stand nicht der Sinn nach Smalltalk mit englischen Adligen. Nein, er hatte eine bessere Idee.

Er stand auf, ließ das Programm scannen, lud das File auf sein Pod und rief Hacki-Tacki an. Hacki-Tacki war Chefentwickler bei "Arkonidische Wunder", der Firma, die gerade versuchte, die Baumaschinen der Weißhäute zu kopieren - und außerdem war er Johns bester Kumpel seit Urzeiten.

"Hi", sagte John. "Stell keine Fragen, hör einfach zu: Ich schick dir jetzt eine Mail. Läuft gerade durch. Schau dir mal den Anhang an. Soll ein Modul für Robotersteuerungen sein. Sag mir, was du davon hältst."

Hacki-Tacki verschwand aus dem Aufnahmebereich seiner Pod-Kamera. Und tauchte wieder auf, seine Augen konzentriert auf einen Punkt etwas unterhalb der Kamera gerichtet. "Hm", brummte er. Und nochmal: "Hm!" Dann: "Tsts!"

Schließlich sagte er: "Hör mal, John, das ist absoluter Bullshit."

John seufzte. "Weiß ich selber. Aber das ist meistens so. Wenn wir es dann allerdings ausprobieren, dann tut es irgendwas durchaus Sinnvolles. Wir müssen nur immer erst rausfinden, was."

Hacki-Tacki grinste. "Jo", sagte er. "Das ist bei uns auch so. Wir hängen einfach irgendwelche arkonidischen Programm-Module hintereinander und schauen, was passiert. Das ist sehr intuitiv. Wenn die Module gar nicht passen, kommt eine Fehlermeldung - so ein kurzes Video mit einem Kerl, der wie eine Gurke aussieht. Der sagt dann, dass ich ein Beknocko bin und das Modul Sowieso-XYZ nehmen muss."

"Was ist denn ein Beknocko?"

"Keine Ahnung. Das Netz kennt die Vokabel auch nicht. Bin auch gar nicht sicher, ob ich es wissen will. Naja, aber wir sind mit den Baumaschinen jetzt fast soweit, dass es funktioniert. Mit Lego können sie schon gut umgehen."

"Wieso habt ihr eigentlich überhaupt erst so spät mit diesen Dingern angefangen?"

"Ach, das ist eine lange Geschichte, aber sehr lustig. Wir hatten ja erst die Kombigewehre gebaut. Normale Schießeisen, und mit Kabelbinder ein paar Arkoniden-Knarren draufgeschnallt. Wir haben die sogar mit einer Zufallssteuerung ausstatten können - was anderes war grad nicht vorrätig. Tja, wenn man abdrückt, schießt also jeweils eins von den Dingern, man weiß bloß nicht, welches. Ich glaub nicht, dass es in dem Chaos jemandem aufgefallen ist, aber ein bisschen hatte ich doch ein schlechtes Gewissen, also hab ich mir gedacht, ich baue als nächstes etwas, was hier garantiert niemand gebrauchen kann, dann kommt auch niemand zu Schaden. So sind dann die U-Boote entstanden. Naja. Und schließlich hatten wir ein Gefühl dafür entwickelt, wie man es eventuell machen muss. Vielleicht. Ungefähr."

John kratzte sich hinter dem Ohr. "Gut, wie dem auch sei. Sagt dir die Handschrift von diesem ATW was? Oder das Kürzel? Irgendeine Ahnung, wer das sein könnte? Komm schon, wenn mir einer was sagen kann, dann du!"

Hacki-Tacki schüttelte den Kopf. "Nee, keine Ahnung. Mach einfach so weiter wie bisher. Probier es aus."

*

John stand am glaslosen Fenster und blickte hinaus. Einfach so weiter wie bisher? Er schaute schräg nach oben und sah zwischen den Gebäuden die Spitze des Stardust-Towers mit dem Kabel, das von dort in den Himmel zeigte. Tja, warum nicht? Der Himmelsfahrstuhl zum Beispiel - wenn Adams vorher seine Wissenschaftler gefragt hätte, hätten die ihm alle gesagt, dass das nie und nimmer funktionieren könne. Jedenfalls nicht hier in Terrania. Aber, voila, da steht der Tower mit Fahrstuhl, und es funktioniert. Gut, keiner weiß wieso. Aber muss man immer alles wissen?

John beschloss, einen letzten Versuch zu machen. Irgendeiner musste die Morgenpost ja bringen, wenn es Molly nicht war. Also packte er sich an diesem Montagabend zu Hause ein Fresskörbchen und legte sich draußen vor dem Whistler-Gebäude auf die Lauer. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Erst in den frühen Morgenstunden hörte er ein rhythmisches Quietschen. Aus einer Seitenstraße näherte sich ein Hund. Ein quietschender Hund, der einen Stapel Papiere im Maul trug. Erst als der Hund über ein mondbeschienenes Stück Straße lief, erkannte John, dass das Vieh aus Metall war. Ein Robothund! Das Quietschen kam offenbar von einem schadhaften Gelenk.

Der Hund sprang durch das Fenster in Johns Büro - und kehrte wenige Augenblicke später ohne die Papiere zurück. Aha!, dachte John. Jetzt hab ich dich!

Der Roboter machte sich umgehend auf den Rückweg, und John hängte sich in gebührender Entfernung an seine Fersen. Eine ganze Weile ging es so kreuz und quer durch die Straßen und Gassen Terranias. John hatte allmählich den Eindruck, dass das Navi des Hundes nicht ganz in Ordnung war. Vermutlich von Papple. Schließlich schlüpfte der Hund aber doch durch eine Tür. Bedauerlicherweise eine Hundeklappe. John konnte ihm also nicht folgen, aber er schaut sich um, damit er das Gebäude tagsüber wiederfinden würde. Über dem Eingang prangte der Schriftzug: "KAPAUN KAPAUNSEN ASYLUM FOR THE MENTALLY CHALLENGED, DERANGED AND FOR ALL WHO ARE SYNOPSIS-FACTORY DAMAGED".

Neben der Tür gab es ein Fenster. Mit Glas. Am Fenster stand ein hochgewachsener Mann mit einem irren Grinsen, dem der Speichel die Mundwinkel herunterlief. Sein T-Shirt trug die Aufschrift "ALLISTER T. WHISTLER". Der Mann klopfte gegen die Scheibe, um Johns Aufmerksamkeit zu erlangen. Dann rief er: "HOL MICH HIER RAUS, ICH BIN EIN STAR!"

---ENDE---
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