Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Erstauflage, NEO und Anderes
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Vivian-von-Avalon
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 25.06.2018, 13:17

Mein letzter PR-Roman war Nr. 2874: Thez.
Den habe ich nicht einmal zu Ende gelesen.

Als Atlan zusammen mit Julian Tifflor über einen See aus Vitelenergie schippert und philosophische Gespräche führt, reichte es mir. Vollständig.
Die e-Book-Datei steht noch heute an genau dieser Lesestelle auf meinem Reader.
Seitdem lese ich nur noch die Zusammenfassungen in der Perrypedia, weil ich auf dem Laufenden bleiben möchte.

Es sind zwei Hauptpunkte, die mich an der EA stören:

Punkt 1:

Das ist nicht mehr die Space-Opera, die ich früher in "meiner" Raketenheftchen-Serie geliebt habe. Ist es überhaupt noch SF, oder schon Fantasy - oder sogar beides zusammen?
Ehrlich, ich weiß es nicht - jedenfalls kann ich für mich keine eindeutige Entscheidung treffen.
Außer einer: es gefällt mir nicht mehr!

Punkt 2:
Die Personen

Besonders Perry Rhodan selbst. Welch ein Unterschied zu dem harten, konsequenten - und teilweise auch skrupellosen Befehlshaber der Dritten Macht. Ich erinnere da nur daran, wie er mit dem Arkonidenbeiboot durch eine Flotte von russischen Raumschiffen auf dem Weg zur Vernus flog und Tote und Trümmer hinter sich ließ ...
Aber er wusste, was er wollte, er hatte ein Ziel - und für dieses Ziel opferte er alles, sogar sein eigenes Privatleben.
Wobei ich an dieser Stelle vielleicht anmerken sollte, dass dieser Mann nie ein Privatleben kannte und sich vielleicht deshalb sein gesamtes Leben immer so schwer, besonders mit seinen Kindern, tat. Mit Frauen selbst weniger, angefangen von Thora bis jetzt hin zu Sichu Dorksteiger. In einem der Lepso-Bände sagt sogar Atlan: "Eine Familie Rhodan scheint unter einem schlechten Stern zu stehen."
Rhodans Leben und seine Karriere wurzelt im Militär, ist Militär. Er hat nie Anderes kennengelernt. Mit zwölf Jahren schickte sein Onkel Colonel Malone ihn auf eine Schule, die von der US-Air-Force betrieben wurde. Hier bekam Rhodan (obwohl das nie irgendwo genau beschrieben wird) sicher bereits eine vormilitärische Ausbildung, dann die Kadettenschule, Air-Force, Space-Force, Flug zum Monnd usw. usw. usw.

Wie stellt sich Perry Rhodan als Figur in der aktuellen Erstausgabe dar?
M.E. als ein Mann, der nichts, aber auch gar nichts mehr mit Militär "am Hut" hat. Der zögert, redet, wieder zögert, weiter redet, alles zerredet - und dann vielleicht irgendwann eine Entscheidung trifft.
Wenn er Glück hat, schießt ihm der Feind bis dahin nicht sein eigenes Raumschiff unter dem .... weg.
Sorry, hört sich hart an, ist aber mein ganz subjektiver Eindruck.

Und ich muss sagen: Mir gefällt der harte, militärische Befehlshaber, der auch mal "unpopuläre" Entscheidungen trifft, weil er sie treffen muss, weitaus besser.
Warum: Weil dieser Perry Rhodan versucht, auch bei diesen o.a. Entscheidungen trotzdem noch human zu bleiben, einfach Mensch zu bleiben.
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Laurin
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Laurin » 25.06.2018, 14:31

Zur Person Perry Rhodans,
was Du schreibst finde ich teilweise schon richtig. Man darf aber auch einem Perry Rhodan nicht verwehren, in ca. 5000 Jahren zu neuen Erkenntnisse und Lebenseinsichten zu kommen.
:-D

Dazu kommt, dass die Serie schon immer eine Art 'Zeitspiegel' gewesen ist. Gestartet zu Zeiten des Kalten Kriegs, zwar mit dem Anspruch genau diesen zu überwinden, aber in der Tat eben doch dank K.H. Scheers ausgestattet mit dem Flair seiner Zeit. Dann später passend zu Flower, Peace- und Hippie-Bewegung in den Siebzigern unter Volz stark entmilitarisiert und nach höheren Sphären ausgerichtet.

Mir hat die Serie unter KHS auch sehr gut gefallen, unter Volz bin ich zu Zeiten der kosmischen Hanse und der Endlosen Armada dann irgendwann enttäuscht ausgestiegen.

Seitdem haben sich verschiedene Generationen von Exposé-Autoren daran versucht. Am nahesten zum ursprünglichen Konzept kam meines Erachtens Feldhoff, wenngleich oft arg düster und dystopisch. Irgendwann zu seiner Zeit bin ich dann wieder eingestiegen. Die relativ kurze Episode unter Uwe Anton hatte mir überhaupt nicht gefallen, da kamen die Unsterblichen eigentlich nur noch als 'Zuschauer' vor, während irgendeine überbordend konstruierte Handlung mit PSI und SI's vor sich hin waberte.

Das aktuelle Expokraten-Gespann hat dann einen radikalen Neustart versucht und anfangs leider viel in Trümmer gelegt, dazu gerade aus strategischer Perspektive oft wenig schlüssig und eher plotdriven gestaltet. Inzwischen finde ich, hat sich das aber deutlich gebessert, die Einzelromane sind oft gut geschrieben, und man versucht auch die großen Zusammenhänge besser auszuarbeiten (wobei aktuell zur Handlungseben im Solsystem würde ich sagen: Fail!).

Die Personen der Unsterblichen sind inzwischen auch wieder besser herausgearbeitet; ich denke man hat auch deshalb viele von ihnen irgendwo geparkt, damit das bezogen auf die jeweils handelnden Charaktere besser gelingt.

Das sich Perry gewandelt hat, stimmt natürlich, aber passt m.E. auch zur Entwicklung der Serie, und ist alleine durch die vielen Jahrtausende gut nachvollziehbar; es wäre doch eher merkwürdig, wenn er immer noch der Gleiche wäre. Allerdings hat er leider viel von seinem ursprünglichen Charisma und Faszination verloren - eigentlich hätte er im Laufe der Jahrtausende dazugewinnen müssen! Dass man ihn dennoch penetrant häufig, und auch in allen Spin-Offs immer wieder als 'Aktionheld' präsentiert und einsetzt, passt m.E. überhaupt nicht. Ein Tiefpunkt in dieser Hinsicht war m.E. der Endkampf um den Doppelkugelraumer der Gäonen. Ich würde mir Perry dagegen eher als den Strategen wünschen, der mit seiner Erfahrung wichtige Aktionen aus leitender Position heraus durchführt - und nicht immer nur als jemand, der eher reaktiv als unverwundbarer Aktionheld durch oft wenig sinnvolle Szenarien stürmt, die oft eher auf Jugendbuchniveau geskriptet sind. Dazu mangelt es im aktuellen Team aber anscheinend leider an der strategischen Komponente, die für eine solche Art der 'Space Opera' nötig wäre (KHS und Feldhoff konnten das).

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 25.06.2018, 15:33

Laurin hat geschrieben:
25.06.2018, 14:31
...
Allerdings hat er leider viel von seinem ursprünglichen Charisma und Faszination verloren - eigentlich hätte er im Laufe der Jahrtausende dazugewinnen müssen! Dass man ihn dennoch penetrant häufig, und auch in allen Spin-Offs immer wieder als 'Aktionheld' präsentiert und einsetzt, passt m.E. überhaupt nicht. Ein Tiefpunkt in dieser Hinsicht war m.E. der Endkampf um den Doppelkugelraumer der Gäonen. Ich würde mir Perry dagegen eher als den Strategen wünschen, der mit seiner Erfahrung wichtige Aktionen aus leitender Position heraus durchführt - und nicht immer nur als jemand, der eher reaktiv als unverwundbarer Aktionheld durch oft wenig sinnvolle Szenarien stürmt, die oft eher auf Jugendbuchniveau geskriptet sind. Dazu mangelt es im aktuellen Team aber anscheinend leider an der strategischen Komponente, die für eine solche Art der 'Space Opera' nötig wäre (KHS und Feldhoff konnten das).
Ja, für mich hat PR auch viel von seinem ursprünglichen Charisma verloren. Aus meiner Sicht als Frau würde er mich absolut nicht interessieren, während ich den Befehlshaber der Dritten Macht schon in gewisser Weise sympathisch gefunden hätte.

... unverwundbar ... das ist auch wieder so ein Thema.

Wann geschieht ihm eigentlich wirklich mal was? Immer sind es andere, die verletzt werden. Irgendwie scheint in dieser Beziehung eine Art Tabu zu bestehen. Perry Rhodan verletzt in einer Klinik? Fehlanzeige!

Mich würden z.B. mal die Gefühle, die Empfindungen eines solchen Anführers interessieren, wenn er in einem Krankenbett liegt und trotz seines Zellaktivator-Chips zu kämpfen hat.
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Richard » 25.06.2018, 23:02

Wie Laurin schon geschrieben hat: Perry ist schon lange nicht mehr der "Militarist" der er am Anfang der Serie war.

Wenn Dir nur dieser PR gefallen hat wäre wohl spätestens ab Band 700 Zeit gewesen die PR Serie nicht mehr zu lesen, denn da entwickelte sich Perry eben deutlich von diesem ursprünglich eher mal militärisch orientierten Staatschef weg.
Ich bin wohl deutlich jünger als du (Vivian) und vielleicht ist das auch der Grund, dass mir die mehr nach Konsens aufgerichtete PR Figur, die auch mehr den Hang zur Erforschung der kosmischen Phänomene hat, deutlich lieber.
So wie ich das sehe verfügt Perry in der EA über eins der kampfkräftigsten Raumer der Milchstrasse und verwendet dieses durchaus auch in Kampfeinsätzen .... Also den Punkt, dass er mit Kampf nichts mehr am Hut hat gilt mE so nicht.

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 26.06.2018, 09:19

Nun ja - mir ist der "entscheidungsfreudige" PR aus den Anfängen lieber - und ja, da war er durch und durch Offizier. Das eine gehörte damals zum anderen ...

Nun bin ich eine Verfechterin von klaren Befehlsstrukturen. Z.B. im Cappin-Zyklus - das war damals zeitgeschichtlich gerade der Beginn der 68-er Bewegung (obwohl wir damals gar nicht so recht wussten, worum es eigentlich geht - wir haben im Prinzip gegen alles und jeden "von oben" protestiert - aber auch für sehr viele Freiheiten gekämpft, die heute als selbstverständlich betrachtet werden - ja, ich bin eine alte 68er-in ...), als im "Testfall MARCO POLO" Schiffsoffiziere den Befehl verweigern, bis Perry Rhodan ihn begründet ... das ist für eine Mitbestimmung völlig okay, aber im Militär, im Kampfeinsatz - zumindest sehr grenzwertig - aber auch daran sieht man den Einfluss der Zeit.

Mir geht es eigentlich hauptsächlich darum, dass mir PR jetzt aktuell zu entscheidungsschwach rüberkommt. Das sieht natürlich jeder anders, klar. Das macht ja gerade den Reiz von Diskussionen aus.
Wenn alle einer Meinung wären, brauchte man nicht zu diskutieren ... ;)
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Laurin » 26.06.2018, 10:09

Vivian-von-Avalon hat geschrieben:
25.06.2018, 15:33
... unverwundbar ... das ist auch wieder so ein Thema.

Wann geschieht ihm eigentlich wirklich mal was? Immer sind es andere, die verletzt werden. Irgendwie scheint in dieser Beziehung eine Art Tabu zu bestehen. Perry Rhodan verletzt in einer Klinik? Fehlanzeige!

Mich würden z.B. mal die Gefühle, die Empfindungen eines solchen Anführers interessieren, wenn er in einem Krankenbett liegt und trotz seines Zellaktivator-Chips zu kämpfen hat.
Das zeigt man uns Lesern nie ... aber das gehört genauso zum Leben dazu wie alles andere.
Also faktisch irren wir da beide ein bisschen - zumindest in einem der letzten Zyklen wird Perry einmal so verwundet, dass er um sein Leben kämpft (ich weis aber gerade leider nicht mehr worum es da konkret ging, irgendein Maahk war da glaube ich mit im Spiel) - da war eigentlich all das enthalten, was Dich interessiert hätte.

Ich meinte das mit der 'Unverwundbarkeit' eher im übertragenen Sinne - er ist halt der Namensgeber der Serie und schon allein deshalb ist klar, dass er seine Abenteuer am Ende immer überlebt.

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 26.06.2018, 12:21

Laurin hat geschrieben:
26.06.2018, 10:09
Also faktisch irren wir da beide ein bisschen - zumindest in einem der letzten Zyklen wird Perry einmal so verwundet, dass er um sein Leben kämpft (ich weis aber gerade leider nicht mehr worum es da konkret ging, irgendein Maahk war da glaube ich mit im Spiel) - da war eigentlich all das enthalten, was Dich interessiert hätte.

Ich meinte das mit der 'Unverwundbarkeit' eher im übertragenen Sinne - er ist halt der Namensgeber der Serie und schon allein deshalb ist klar, dass er seine Abenteuer am Ende immer überlebt.
Ja, das habe ich wohl tatsächlich überlesen bzw. übersehen. Falls jemand die Heftnummer(n) parat hat, würde ich mich darüber sehr freuen.

Zur "Unverwundbarkeit" zitiere ich mal die Aussage von Wim Vandemaan auf den 1. PR-Tagen in Osnabrück im Mai 2015: "Nur Perry Rhodan selbst ist unantastbar". Diese Antwort gab er im Zusammenhang mit diversen "entsorgten" bezw. "geparkten" Protagonisten.
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Kapaun » 26.06.2018, 12:50

Es passt vielleicht nur 70-80%ig hierher, aber im "anderen" Forum habe ich in einem Thread von Pan Greystat folgende Überlegungen gepostet:

"Ich finde das ganze gesellschaftliche PR-Szenario nicht sonderlich realistisch (wenn wir jetzt von Fragen der Technik mal ganz absehen). Das liegt nicht nur, aber auch am Pazifismus.

1) Ich halte es für realistisch, dass Völker mit einer gewissen Wesensverwandtschaft ein Bündnis eingehen würden. Hilfreich wäre dabei eine räumliche Nähe. A la "Ihr dehnt euch in diese Richtung aus, wir in jene, dann kommen wir uns nicht in die Quere." Auch das Gegenteil (eine komplette Verschiedenheit der Interessen) kann zu einem neutralen Verhältnis oder sogar auch zu einem Zweckbündnis führen. Stichwort Sauerstoff-/Wasserstoffatmer.

2) Ich halte es ferner für realistisch, dass Intelligenzen nach der Formel "XY first" verfahren, was Bündnisse nicht ausschließt, aber je nach den konkreten Umständen auch zu Auseinandersetzungen führen wird. Da kann es sich um bloße Grenzstreitigkeiten handeln oder um ausgewachsene kriegerische Konflikte.

3) Ist "XY first" deshalb schlechter oder "böser" als "wir strecken die Waffen, ihr dürft uns umarmen"? Ich denke nicht. Zunächst einmal ist die Führung jeder Zivilisation in erster Linie für diese verantwortlich. Wir sehen ja schon hier auf der Erde, wie sehr selbst bei Angehörigen derselben Art durch Ideologie, Religion etc., aber auch durch Verteilungsfragen (Ressourcen etc.) gravierende Konflikte entstehen können. Wieviel mehr mag das bei unterschiedlichen Zivilisationen gelten?

4) Die Konflikte auf der Erde folgen eigentlich durch die Bank mehr oder weniger derselben Logik. Nur die unterschiedlichen Werte und Bewertungen führen dazu, dass den einen die Handlungsweise der anderen absurd oder verrückt vorkommt. Das heißt übrigens nicht, dass man nicht das Recht hätte, "verrückte" Handlungsweisen und ihre Träger zu bekämpfen (insoweit sie die eigene Zivilisation schädigen), es heißt nur, dass Handlungsweisen durchaus besser einschätzbar und vorhersehbar werden, wenn man die ihnen zugrunde liegende Motivation verstanden hat.

5) Ich denke, dass die unter 4) genannten Punkte in ähnlicher Weise auch für die unterschiedlichen Völker hypothetischer Zivilisationen in der Milchstraße zuträfen. Das oft genannte Argument, eine aggressive Spezies würde sich rechtzeitig selbst ausrotten, halte ich nicht für zwingend zutreffend. Es gibt einen ganzen Haufen von denkbaren Gründen, warum so etwas nicht geschehen könnte. Auch geht es nicht zwangsläufig um Aggressivität, wie weiter oben schon dargelegt.

6) Das Problem unterschiedlicher technischer Entwicklungsniveaus ist bei diesen Ausführungen noch gar nicht berührt.

7) Alles in allem bin ich (jedenfalls in diesem Punkt) eher bei Stephen Hawking, der den Kosmos ja auch für einen potenziell gefährlichen Dschungel hält bzw. hielt, statt für eine Blümchenwiese."
"I would challenge you to a battle of wits but I see you are unarmed."
(William Shakespeare)

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 26.06.2018, 13:29

Kapaun hat geschrieben:
26.06.2018, 12:50
...
4) Die Konflikte auf der Erde folgen eigentlich durch die Bank mehr oder weniger derselben Logik. Nur die unterschiedlichen Werte und Bewertungen führen dazu, dass den einen die Handlungsweise der anderen absurd oder verrückt vorkommt. Das heißt übrigens nicht, dass man nicht das Recht hätte, "verrückte" Handlungsweisen und ihre Träger zu bekämpfen (insoweit sie die eigene Zivilisation schädigen), es heißt nur, dass Handlungsweisen durchaus besser einschätzbar und vorhersehbar werden, wenn man die ihnen zugrunde liegende Motivation verstanden hat.
...
Die unterschiedlichen Werte dürften der "springende Punkt" sein.
Ich kann tolerant sein, mich darum bemühen, das Andere, die andere Anicht, die andere Spezies, die mir vielleicht absolut fremd vorkommt, zu verstehen.
Wenn es so funktioniert wie "Ich gehe meine Weg in Richtung links - Du gehst Deinen Weg in Richtung rechts" ist es gut. Aber wie oft in der Realität kommt das wirklich vor? Und da eine Romanwelt immer irgendwie, mal mehr, mal weniger, ein Abbild der Realität ist, stellt sich automatisch die Frage: Wie lange kann so ein Bündnis halten?

Und wenn man so unterschiedliche Parteien hat, dass es keinen Weg zusammen gibt ... was dann?

Den Verantwortlichen stellt sich diese Frage in aller Härte und Konsequenz: Was können, was dürfen sie "zulassen", um ihre eigene Spezies, ihr eigenes Volk, ihre Gruppe etc. zu schützen und vielleicht sogar zu retten?

In diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf die Diskussion in unserem Thread "Gut und Böse bei PR". In ihm habe ich ein solches Szenario mal angedacht ...
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Frank Chmorl Pamo » 09.11.2018, 09:22

Vivian-von-Avalon hat geschrieben:
26.06.2018, 12:21
Zur "Unverwundbarkeit" zitiere ich mal die Aussage von Wim Vandemaan auf den 1. PR-Tagen in Osnabrück im Mai 2015: "Nur Perry Rhodan selbst ist unantastbar". Diese Antwort gab er im Zusammenhang mit diversen "entsorgten" bezw. "geparkten" Protagonisten.
Das mögen die Expokraten so sehen, nur zeigt die ewig anhaltende Diskussion in mehreren Threads zu Tek, wo sogar ein Zeitparadoxon zur Wiedereinführung Teks bemüht wird, dass trotz Entsorgung manche Figuren "weiterleben" bei den Lesern.
Ums auf die Spitze zu treiben: Was brächte es, wenn letztlich nurnoch Perry verbliebe?

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von LaLe » 09.11.2018, 09:29

Na ja, welche Figuren der ersten 500 Romane sind denn noch da?

Perry, Bully, Gucky, Atlan, Icho. Noch wer?

Die Frage ist doch, was kommt nach.

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Mi.Go » 09.11.2018, 10:39

LaLe hat geschrieben:
09.11.2018, 09:29
Na ja, welche Figuren der ersten 500 Romane sind denn noch da?

Perry, Bully, Gucky, Atlan, Icho. Noch wer?..
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von LaLe » 09.11.2018, 11:02

Danke.

Alaska und Tifflor sind wohl auch noch aktuell, oder?

Interessanter wäre dann vermutlich, welche später eingeführten Figuren (sagen wir mal bis Band 2499) noch relevant sind.

Außer Bostich und Monkey fällt mir da niemand ein.

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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Mi.Go » 09.11.2018, 11:37

LaLe hat geschrieben:
09.11.2018, 11:02
...
Alaska und Tifflor sind wohl auch noch aktuell, oder?
...
Die beiden sind wohl "entsorgt"
u. ohne größere "kosmische Begründung" nicht wieder verwendbar.

Bei Roi Danton ist es ähnlich,
allerdings bräuchte es für seine Rückkehr keine "kosmische Begründung".
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Re: Diskussion zur aktuellen PR-Erstauflage

Beitrag von Richard » 09.11.2018, 18:56

Mondra war vom Thoregon Zyklus bis zum Ende des Neuroversumzyklus in der Serie. Sichu hingegen ist seid dem Neuroversumzyklus in der Serie ;).

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