Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Erstauflage, NEO und Anderes
Laurin
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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Laurin » 14.07.2018, 18:36

Kapaun hat geschrieben:
11.07.2018, 10:59
Ab 3000 wird ja ein ordentlicher Umbruch angekündigt. Schätze, ich werde dann mal für ein paar Hefte reinschnuppern - zumal es ja vermutlich der letzte Tausender ist, den ich erlebe. Aber ich glaube eher nicht, dass ich dabeibleibe. KNF hat ja auch schon bei einigen Szenarien, die ich spannend finden würde, abgewunken. Na, mal sehen.
Was waren das denn für Szenarien?

Und ja - leider kann das Team nicht 'leser-wunschgesteuert' arbeiten, dazu sind auch die Wünsche der Fan-Gemeinde viel zu unterschiedlich. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so, ergeben sich so doch immer wieder echte Überraschungen. Ich habe mir ja auch immer gewünscht, dass mal wieder auf die SOL zurückgekommen wird - aber nach dem Schicksal der BASIS ist es vielleicht besser, wenn sie erst mal noch verschollen bleibt...
;)

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Kapaun
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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Kapaun » 14.07.2018, 20:32

Ich hab mal grad auf die Schnelle versucht, das zu finden, bin aber dran gescheitert. Es ging im wesentlichen um einen dramatischen und dauerhaften Degrader durch Techno-Strangeness im Zusammenhang mit dem Weltenbrand, und außerdem irgendwo in einer komplett unbekannten kosmischen Umgebung. Einer von den Foristen hat für so ein Szenario sogar einen ganzen Haufen Fake-Expos geschrieben. Und ich bilde mir ein, KNF hätte dazu irgendwo was gesagt. Aber wie gesagt, ich find's jetzt nicht mehr.
"I would challenge you to a battle of wits but I see you are unarmed."
(William Shakespeare)

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Heft 2969 - Tag des Grimms von Susan Schwartz

Beitrag von Laurin » 14.07.2018, 21:37

Die aktuelle Entwicklung kulminiert an Hooris Stern, einem Doppelsternsystem, von denen einer ein Pulsar ist, und einer ein Roter Zwerg. Als die RAS TSCHUBAI dort eintrifft, stehen sich bereits tausende robotisch gesteuerter Penta- und Trissphären einer Flotte der Liga Freier Terraner (LFG) gegenüber. Die riesige RT schiebt sich sofort zwischen die beginnenden Scharmützel um eine größere Eskalation zu verhindern, und Perry Rhodan zieht sich dadurch prompt den Zorn der LFG Admiralin Ruth Dunjana zu, die ihn wegen dieser Eigenmächtigkeit abkanzelt.

Die Anzahl der LFG-Flotte beträgt anfangs 3000 Schiffe sowie 1000 Robot- und Gataser-Einheiten des Galaktikums, später sendet das Kaiserpaar von Olymp, der Argyris und die Argyrisa, 1000 weitere Schiffe zur Unterstützung. Nebenbei wird der Leser darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich die Flotte der LFG, früher einmal 190.000 Einheiten, seit den Verwüstungen durch die Tiuphoren vor etwa 30 Jahren noch nicht wieder zur alten Stärke erholt hat (ein Umstand, der mir so bisher nicht bewusst war), außerdem sind beträchtliche Kontingente unter dem Kommando von Admiralin Anna Patoman durch die Vorgänge am Solsystem anderweitig gebunden.

Admiralin Dunjana drängt zum Angriff, solange eine Überlegenheit der Galaktiker besteht, aber Perry Rhodan möchte erst alle anderen Optionen ausloten um ein unnötiges Gemetzel Galaktiker gegen Robotraumer zu verhindern. In die angespannte Lage platzt noch das Kugelraumschiiff NETO der mit den Thoogundo verbündeten Gäonen, des Zweiten Solaren Imperiums, dessen Kommandant Oberst Jefferson Beauregard sich als Vermittler anbietet - tatsächlich aber verdeckte Impulse in Richtung Hooris Stern entsendet.

Dadurch aufmerksam gemacht, entdecken die Galaktiker eine in den äußeren Schichten des Roten Zwergs verborgene mehrere Kilometer große Raumstation, die nur durch einen starken Feldschirm geschützt ist. Während die LFG-Admiralin ihre Flotten in Angriffsbereitschaft versetzt, und immer noch neue Perlenschiffe hinzustossen, dringen der Multimutant Gucky und Rhodans Frau Sichu Dorksteiger per Teleportation zur Erkundung in die Raumstation ein, unterstützt von einem modifizierten Tara-IX-Inside, der als Transmiterstation für nachrückende Unterstützungskommandos dienen soll. Die Raumstation registriert aber die psionischen Aktivitäten und schaltet direkt nach dem Sprung einen paratronähnlichen Schirm ein, sodass das kleine Kommando ohne Rückkehroption abgeschnitten ist.

Parallel dazu erfährt der Leser, sehr lebendig geschildert, etwas über die Bewohner dieser Raumstation, mit denen Sichu und Gucky konfrontiert sind. Es beginnt eine actionreiche Entwicklung innerhalb der Raumstation, die am Ende zu schwerwiegenden Erkenntnissen führt, die das gesamte Szenario dieses Zyklus in einem neuen Licht erscheinen lassen ... und zu einer Bedrohung ungeahnten Ausmaßes führt ...


Bei Susan Schwartz eher ungewohnt, beginnt der Roman sofort mit einer hohen Dynamik, in der sich das Geschehen entwickelt. Die strategischen Komponenten bieten so einiges für Freunde der 'Military Space Opera', aber auch die menschliche Seite kommt nicht zu kurz, insbesondere Gucky wird hier auf eine Art geschildert, die humorvoll aber alles andere als oberflächlich ist. Lara Croft ... äh Sichu Dorksteiger, beweist auch ungeahnte Fähigkeiten, und gemeinsam produzieren die beiden eine beachtliche Menge Roboterschrott in der Raumstation. Und die kosmischen Erkenntnisse am Ende deuten auf eine spannende Entwicklung hin ...

Ein feiner Roman - ich hatte eine Menge Spaß beim Lesen! :yes:

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Richard » 15.07.2018, 12:32

Hm, hast Du vergessen, dass wir bei der Einfuehrung von Sichu mitbekommen haben, dass sie eine durchaus harte Kampfausbildung durchgemacht hat?

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Laurin » 15.07.2018, 13:18

Nein, habe ich nicht. Aber wie viel Jahrzehnte ist das her ... ?

Ich fand das schon okay, aber dennoch bemerkenswert. :-D

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Richard » 16.07.2018, 21:22

Ator sind doch recht langlebig (so die Infos die wir bekommen haben) und daher ist es jetzt nicht so verwunderlich, dass Sichu als Ator lange koerperlich gut erhalten bleibt und fit ist. Zudem hat sie auch angemerkt (im aktuellen Band, auf eine Frage von Gucky hin), dass sie offenbar in ihrer Freizeit entsprechend trainiert.

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Heft 2970 - Der Gondu und die neue Gilde von Oliver Fröhlich

Beitrag von Laurin » 25.07.2018, 02:17

An Hooris Stern, an dem sich inzwischen 5000 LFG-Schiffe und 15000 Robot-Perlenraumern der Thoogondu gegenüberstehen, konnten die Galaktiker es trotz des Eindringens von Sichu und Gucky in die im roten Zwerg verborgene Raumstation nicht verhindern, dass von dort aus ein vier Kilometer durchmessender untergalaktischen Riesentransmitter aktiviert wird - eine Art Sternenfenster.

Allen ist klar, dass damit die letzten Vorbereitungen einer Invasion durch das Goldene Reich aus der Galaxis Sevcooris abgeschlossen werden, als sich auch schon drei Pentasphären aus dem Transmitter schieben. Die Raumschiffe scheinen durch den Transport über 111 Millionen Lichtjahre zwar beschädigt, aber aktionsfähig zu sein. Kurz danach meldet sich die Gonda Puorengir, die als Tochter des Herrschers des Gondunats, dem Gondu Narashim, anscheinend inzwischen dessen Nachfolge angetreten hat, und erklärt über Funk dass sie den Oberbefehl über die Robotflotte übernehme.

Während die Galaktiker noch über einen möglichen Angriff gegen die Übermacht diskutieren, meldet sich Puorengir über einen verdeckten Kanal bei Perry Rhodan, und spricht überraschenderweise das Wort aus, bei dem sich bei manch heutigen Zeitgenossen das pure Grauen einstellt - sie bittet um
Spoiler
ASYL ! :-D
Rhodan (natürlich mal wieder nicht die dramatische Leier des 'Hofers vom See' im Sinn), lädt die Gonda unverzüglich auf die RAS TSCHUBAI ein, und erfährt so eine unglaubliche Geschichte ...


Das Heft ist der erste Teil eines Doppelbandes, und wir erfahren daher noch nicht die ganze Geschichte - aber was uns Puorengir schildert, ist spektakulär, und auch sehr gut beschrieben.

Etwas unstimmig finde ich allerdings, dass die Galaktiker es trotz drohender Invasion und feindlicher Übermacht nicht hinbekommen, an diesem Brennpunkt mehr Schiffe zusammen zu ziehen. Trotz der im vorigen Heft gelieferten Erklärungen (Tiuphoren, Solsystem) müssten eigentlich wesentlich stärke Kräfte aufzubieten sein. Auch die Überlegung der LFG-Admiralin, ob sie trotz Unterlegenheit nicht vielleicht doch angreifen soll (was sie dann aber nicht tut), erscheint aus strategischer Sicht nicht so toll - eigentlich müssten in so einer Situation die Drähte zu den LFG-Zentralen sowie zum Galaktikum heiß laufen, um schnellstmöglich eine Überlegenheit herzustellen und das weitere strategische Vorgehen abzustimmen.

Mein Fazit: Eine spannende Entwicklung, gut geschildert - aber die strategischen Aspekte leider etwas unbefriedigend. Dennoch lesenswert.

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Heft 2971 - Das Gondische Provileg von Oliver Fröhlich

Beitrag von Laurin » 07.08.2018, 16:08

Die Gonda Puorengir erzählt auf der RAS TSCHUBAI weiter die dramatische Geschichte der intrigenreiche Auseinandersetzung um die Nachfolge des ermordeten Gondu Narashim, den Perry Rhodan auf seiner Expedition nach Sevcooris noch persönlich kennen gelernt hatte. Hauptrollen in dieser Erzählung: Ihre Geliebte Shia, ihr Bruder Puoshoor und eine geheime 'Neue Gilde', die hinter dem Rücken des Gondu mit allen Mitteln die Rückkehr der Thoogondu in die Milchstraße betreibt, aus der diese vor Jahrtausenden vertrieben wurden.

Während dieser Erzählung dringen permanent weitere feindliche Pentasphären-Raumer der Thoogondu durch den intergalaktischen Transmitter, aber nicht alle kommen unversehrt durch. Gucky und Sichu werden gemeinsam mit dem Neurotronik-Konstrukteur Moothusach (auch ein Thoogondu) erneut auf die in den oberen Schichten des roten Zwergs treibende Station ausgesandt, um den dortigen zweigesichtigen Bhal, der dort als Bestandteil einer Neurotronik angeschlossen ist, zum Schließen des Sternentors zu überreden.

Am Ende steht dann Puorengir dem Bhal gegenüber, und hält als Ausweis ihrer legitimen Thronfolge das Gondische Privileg in den Händen - aber auch jemand anderes hat ein Duplikat (?) dieses Unikats erworben und macht ihr den Rang streitig ...


Gut erzählt und mit vielen Details gespickt - und endlich laufen die verschiedenen Stränge dieses Zyklus sinnvoll zusammen!
:-)

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Richard » 07.08.2018, 17:46

Stimmt, in den letzten Bänden wurde einiges erklärt/erläutert.
Wobei der PR Band nicht damit aufhört, dass Puorengir dem Bhal gegenüber steht ;).

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Laurin » 07.08.2018, 18:38

Stimmt - aber wie immer wollte ich die Auflösung nicht verraten. :-D

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Heft 2972 - Invasion der Geister von Verena Themsen

Beitrag von Laurin » 09.08.2018, 19:03

Wir erinnern uns? In Heft 2966 flüchtet 'Arkonidenscheich' Atlan* am Ende mit seinen Mitstreitern durch Klem's Tribar, welches Kontakt zu einem anderen Tribar erhalten hat. Das andere Tribar befindet sich beim 'neuen' Ernst Ellert, der zusammen mit Homunk und einigen anderen Mitstreitern in einem Dolan durch die Milchstraße schippert, um sich um die Hinterlassenschaften von ES zu kümmern.

Man nimmt zunächst Kurs auf das Solsystem, kommt dort aber wegen des vom Techno Mahdi errichteten TERRANOVA-Schirms nicht weiter, und trifft dort auf die Admiralin Patoman, die bei gutem Pfefferminztee mit ihrer Flotte diesen Brennpunkt bewacht. Tamareil spürt aber, dass etwas Unbekanntes versucht, den Schirm zu überwinden - und identifiziert das Unbekannte als 'Bewusstseinsfäden', die aus dem Raumvektor von Hooris Stern kommen. In der Folge parkt man den Dolan im USO-Raumer NEFOR, und fliegt damit zu Hooris Stern, um die Sache aufzuklären. Dort gibt es erst mal ein Wiedersehen zwischen Atlan, Perry, Gucky und Sichu.

Während sich Perry um die strategische Großwetterlage an Hooris Stern kümmert, versuchen Atlan, Sichu, Gucky, Tamareil und Zau mehr über diese Bewusstseinsfäden herauszubekommen. Es wird dabei klar, dass es sich dabei um das 'Hooris-Prozedere' handelt, mit dem versucht wird, mittels entkörperten Thoogundo-Bewusstseinen die in unterirdischen Kavernen auf dem Merkur geparkte HaLem-Armee zu reaktivieren. Nur noch der TERRANOVA-Schirm steht dem entgegen, es ist aber abzusehen, dass die Bewusstseinsfäden bald einen Durchgang finden werden.

Atlan beschließt deshalb, mit Hilfe der kombinierten PSI-Fähigkeiten von Gucky, Tamareil und Zau sich an die ersten durchschlüpfenden Bewusstseinsfäden anzuhängen, um im Solsystem das Schlimmste zu verhindern - und hält Sichu davon ab, Perry darüber zu informieren - weil er befürchtet dass Perry sonst selber den risikoreichen Transit ins Solsystem versuchen wird. Und so kommt es dann und man versucht hinter Perry's Rücken das gewagte Experiment. Ob dies gelingt und was sich dabei zuträgt, soll hier aber noch nicht verraten werden ... nur soviel: Atlan bekommt ein unerwartetes 'Geschenk'.
;)


Der Roman ist gut erzählt, mich haben aber die an mehreren Stellen vorgenommenen Einspielungen der Impressionen aus der 'Fadenwelt' und von Gucky's Schmerzteleportation etwas gestört - von der hatten wir inzwischen eigentlich genug; und es passte auch nicht immer zu den Stellen der Handlung, an denen es eingefügt wurden.

Gut geschildert aber die vielen Reflektionen und auch das Wiedersehen der Unsterblichen, wobei ich die Begegnung Rhodan / Ellert vermisst habe; und ich hätte statt der 'Zwischenfaden'-Impressionen zum Schluss auch lieber das dumme Gesicht von Perry gesehen, als ihm Sichu dann schließlich die Wahrheit über Atlans Risikoeinsatz beichten musste.

Dieser Einsatz ist auch mein letzter Punkt der Kritik - einfach mal alle möglichen PSI-Kräfte zusammenwürfeln und dann im Gottvertrauen bei irgendwelchen 'Fäden' huckepack mitzureisen, das war mir dann doch ein Schuss Fantastik zu viel.

Ich gebe aber wegen der spannenden Handlungsentwicklung, guten Schilderungen und gelungenen Charakterisierungen trotzdem eine klare Leseempfehlung.


*: Originalspeech Gucky :-D

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Heft 2973 - Zirkus der Zerstörung von Uwe Anton

Beitrag von Laurin » 18.08.2018, 13:07

Das nun seit zwei Wochen vom TERRANOVA-Schirm abgeriegelte Solsystem entwickelt sich zu einem Brennpunkt mit den folgenden Zutaten (von denen eine ganze Reihe im vorliegenden Heft vorkommen): LFG Resident Hekéner Sharoun, Bostich mit der GOS'TUSSAN II, Atlan, Bull, Gucky, Adams, Adam von Aures, der Techno Mahdi, diverse Haluter sowie das Projekt Genesis mit den Biosphoren, und auch Wanderer ist vor Ort. Die Kardinal-Fraktoren des von den Atopen angekündigten Weltenbrandes sind dank Rhodan II (von dem außer den Madhisten keiner was ahnt) auch zusammen, und am Ende erscheint offenbar noch der 'frohe Bote' einer SI ...

Das ist nicht gerade wenig. Um das Ganze mal in eine Handlungsreihenfolge zu bringen:

Atlan gelang ja mit Gucky und seinem geistigen 'Geschenk' der Durchbruch durch den Terranova-Schirm (siehe Vorgängerheft). Nachdem sie am Merkur ein wenig die wiedererwachenden HaLem-Statuen aufgemischt haben und sich deren Lithosphärenfahrzeig aneigneten, springen sie auf einen Handelsraumer und reisen als blinde Passagiere nach Terra.

In Terrania sehen sie eine polarisierte Bevölkerung in Aufruhr, der Techno-Mahdi versucht offenbar einen Wohlfahrsrat zu etablieren, die Medien scheinen von dieser Organisation manipuliert, jedenfalls vertraut man ihnen nicht mehr, es gibt verschiedene Demonstrationen 'besorgter Bürger', die "Rhodan muss weg! Adams muss weg! Bully muss weg!" und ähnliche Parolen skandieren - während sich die Führung der LFG in der Solaren Residenz verschanzt hat.

In der Residenz treffen sie auf Sharoun. Als Atlan erfährt, dass Bostich die GOS'TUSSAN II in der Nähe von Neo-Ganymed beim Jupiter geparkt hat, und von diesem Mond die Bewegung des Techno-Mahdi offenbar seinen Ausgangspunkt genommen hat, beschließt er die Bedrohung durch Bostichs Hantelraumer auszuschalten, und macht sich auf den Weg zum im Mond versteckten Kastell. Dort treffen Atlan und Gucky auf die anderen Unsterblichen, und werden nach einem herzlichen Wiedersehen für ihre Mission ausgerüstet. Danach geht es per Gucky-Taxi auf die GOS'TUSSAN II ... (was dort passiert, soll hier noch nicht verraten werden) ...

Parallel wird ausführlich die Geschichte eines an der Haluter-Pest erkrankten Haluters erzählt, der in Terrania im Zirkus der Zerstörung auftritt, und von einer Podiumsdiskussion zwischen dem LFG-Residenten und einem Vertreter des Techno-Mahdi, die auch zu einem unerwarteten Ergebnis führen ...


Ich muss gestehen, dass sich mir beim Lesen alle Haare gesträubt haben. Zwei Wochen sind seit dem Angriff des Techno-Mahdi vergangen, dessen Absichten anscheinend keinem Geheimdienst bekannt waren - und diese Organisation hat immer noch die Kontrolle über fast alle Positroniken, inclusive der Mondpositronik NATHAN, hebelt dadurch die terranische Flotte aus, hat dazu anscheinend auch die Medien unter ihre Kontrolle gebracht, etabliert einen Wohlfahrtsrat - was man alles zusammen nicht anders als einen klaren PUTSCH bezeichnen kann - und die demokratisch gewählte Regierung lässt diese Aufrührer ungehindert in der Öffentlichkeit agieren und entsendet auch noch reichlich naiv den Residenten persönlich zu einer Podiumsdiskussion mit einem nachrangigen Vertreter der Putschisten - statt diese zu verhaften!

Dazu die in meinen Augen reichlich platten Anlehnungen an unsere heutige Zeit, mit den 'besorgten Bürgern', 'Irgendwer muss weg'-Parolen und den Lügenmedien. Sorry, wo bleibt da die Phantasie der 'Science Fiction, wenn man sich so stark an die unschönen Erscheinungen der heutigen Zeit anlehnt. Und ich lese doch keine SF, um dann über eine solche Melange wieder mit den Niederungen der heutigen Zeit konfrontiert zu werden. *grummel*

Das reichlich unglaubhafte Geschehen im Solsystem lässt sich eigentlich nur dadurch relativieren, dass die Erzähler anscheinend noch nicht alle Karten aufgedeckt haben. Offenbar spielen hier noch höhere Kräfte herein, als nur eine rein terranische Untergrundorganisation - die das alleine niemals aus eigener Kraft hätte hinbekommen können - es sei denn man stellt die terranischen Behörden und Regierungsvertreter als total verdummt und dekadent dar. Ich hoffe also auf eine plausible Aufklärung der im Moment etwas unglaubhaft erscheinenden Vorgänge.

Ansonsten ist der Roman, wie von UA gewohnt, ordentlich und professionell geschrieben, allerdings für meinen Geschmack mit einem zu großen Schwerpunkt auf den albern anmutenden 'Zirkus der Zerstörung' um den kranken Haluter, der sich dort mit anderen Artisten der sensationsheischenden Verschrottung angeschlagener Kampfroboter und künstlicher Schreckwürmer widmet. Die Aufteilung in bis zu drei parallele Handlungssträngen tut dem Lesefluss auch nicht immer gut; trotzdem bleibt es spannend.

Die Zutaten dieser Handlungsebene sind jedenfalls mächtig - hoffen wir darauf, dass den Autoren daraus am Ende auch eine faszinierende (und nachvollziehbare) Erzählung gelingt, in der all diese Erzählstränge plausibel münden. Immerhin steuern wir nun bereits stark auf den Jubiläumsband 3000 zu ...

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Heft 2974 - Anschlag auf Wanderer von Susan Schwartz

Beitrag von Laurin » 19.08.2018, 18:13

Lotho Keraete, der frühere Bote der Superintelligenz ES, erscheint mit einem kleinen Raumschiff, der FLORENCE LAMAR im Solsystem in der Nähe der GOS'TUSSAN II, an Bord eine überirdisch Schöne, die sich als das Aggregat Etain (deren 'Dienste' man mit einem Kuss bezahlen muss!) vorstellt, und anderen Außerirdischen, die er als einer 'schöne Familie' vorstellt. Er erzählt der Kommandantin des dortigen terranischen Flottenverbandes, dass er aufgrund der Invasionen in der Milchstraße durch die Thoogondu und Gemeni die verlassene Kunstwelt Wanderer vor deren Zugriff sichern wolle. Da er befürchtet, dass Bostich von der GOS'TUSSAN II aus ebenfalls einen Angriff auf Wanderer plane, wolle er zunächst mit dem arkonidischen Ex-Imperator reden, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Nach einigem Hin- und Her lässt man ihn zu Bostich weiterreisen, gibt ihm aber einen gut bewaffneten Ertruser als Aufpasser mit.

Parallel sind Atlan und Gucky in die GOS'TUSSAN II eingedrungen, und stellen fest, dass das Schiff weitgehend verlassen ist, abgesehen von den an der Haluterpest erkrankten Halutern, die fleißig Teile des ehemals stolzen Flaggschiffes Schiffes verwüsten, sowie Bostich und Adam von Aures, die sich offenbar verbündet haben und tatsächlich einen Angriff auf Wanderer mittels einer Teslym-Bombe planen. Im Schutz neuartiger Deflektorsysteme belauschen sie ungehindert das weitere Geschehen. Adam von Aures hat Bostich offenbar auf seine Seite ziehen können, indem er ihm in den zukünftigen Zeiten eine tragende Rolle verpricht.

Dann verfolgen sie, wie Lotho Keraete erscheint, inzwischen ohne Aufpasser - und sich das Geschehen in eine unerwartete und fatale Richtung entwickelt ...


Zunächst muss man sagen, dass Susan Schwartz einen wirklich gut geschriebenen Roman abgeliefert hat, der eine durchaus faszinierende Geschichte erzählt. Sehr gut auch das ausführliche Gespräch zwischen Keraete, Atlan und Gucky. Es gibt dennoch einiges an Kritik an der Gesamthandlung zu üben, die man aber ohne zu spoilern nicht darstellen kann, und die ich deshalb in einen extra Spoiler verpackt habe:

Spoiler
Lotho Keraete hat sich zum von ES enttäuschten 'Verräter' entwickelt, und hilft Bostich bei seinem destruktivem Vorhaben, statt ihn wie versprochen davon abzubringen, indem er die Teslym-Bombe so modifiziert dass sie auch den um Wanderer vorhandenen Schwarzschirm durchdringen kann.

Es entwickelt sich eine Raumschlacht mit der GOS'TUSSAN II, aber weder die terranische Flotte noch Atlan und Gucky können das Vorhaben noch verhindern. Die Teslym Bombe durchdringt den Schwarzschirm und richtet große Verwüstungen auf Wanderer an, aber zum Preis der GOS'TUSSAN II, die dabei von der terranischen Flotte schließlich auch - aber zu spät - zerstört wird.

Meine Kritik:

Die Autoren geben mit der GOS'TUSSAN II ein faszinierendes Stück arkonidischer Geschichte preis. Der schnöde Untergang des arkonidischen Imperiums, Imperator Bostichs Verwandlung zum 'Comic-Monster', das alles bedauere ich sehr - der war eigentlich mal eine faszinierende Persönlichkeit, besonders durch seine Wandlung zum Vorsitzenden des Galaktikums, jemand der eine perfekte Gratwanderung zwischen Gut und Böse personifizierte. Dazu verstehe ich auch nicht, was Bostich reitet, sein fantastisches Flaggschiff für eine vage Versprechung zu opfern - statt zu versuchen sein altes Imperium wieder aufzubauen.

Dazu die nun schon längere Entfernung von ES, nun das Bombardement Wanderers, die moralische Veränderung Keraetes (sollte ES seinen Boten so schlecht ausgewählt haben?), mir wird da deutlich zu viel vom vertrauten Serienhintergrund aufgegeben, ohne dass etwas Vergleichbares an dessen Stelle tritt.

Die aktuelle Entwicklung im Solsystem ist für mich nach wie vor nicht nachvollziehbar, und anscheinend nicht nur für mich, im Heftintro steht: "Auf der Erde hat inzwischen der Techno-Mahdi die Macht übernommen - oder blockiert zumindest die staatliche Gewalt". Ja was nun, hat er die Macht übernommen oder nicht? Die von Susan Schwartz faszinierend und spannend geschilderte Raumschlacht lässt ja darauf schließen, dass inzwischen das Gros der Flotte wieder handlungsfähig ist, was sich in den bisherigen Heften anders las. Aber wenn es so ist, wieso kann man dann z.B. nicht mit dem gezielten Einsatz von Raumlandetruppen ausreichend Loretto-Tender zurückerobern, um den TERRANOVA-Schirm endlich wieder abzuschalten und die Isolierung des Solsystems aufzuheben? Warum werden die Techno-Mahdi-Putschisten mit dieser geballten Macht nicht energisch verfolgt? Sorry, für mich ist das nur schwer nachzuvollziehen.

Speziell am aktuellen Heft hätte ich darüber hinaus noch folgende Kritik: Die im Solsystem verbliebenen Unsterblichen sind eigentlich nur noch Getriebene, und Zuschauer der Handlung die sich da vor ihren Augen abspult. Von dem Anspruch Atlans, mit seiner strategischen Erfahrung und Autorität die Ereignisse wenden zu wollen (so in etwa hatte er das vor seinem Aufbruch ins Solsystems geäußert), ist wenig geblieben, hilflos verfolgen die Unsterblichen die Ereignisse. Es wird höchste Zeit, dass sie das Heft des Handelns mal wieder in die eigenen Hände bekommen.

Und noch ein Detail am Rande (aber wohl der Dramaturgie geschuldet): Nachdem die Schutzschirme der GOS'TUSSAN II unten waren, dauerte es aufgrund der Größe des Schiffes noch 15 Minuten, bis es zerstört wurde. Verwenden die in der Flotte jetzt Schneidbrenner statt Transformbomben?
:rolleyes:

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Richard » 19.08.2018, 20:20

Naja ...
Spoiler
Vermutlich muss man auch ein wenig darauf Rücksicht nehmen, dass sich das Schiff in relativer Nähe zum Neptun befindet.

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Re: Perry Rhodan - Erstauflage Heftbesprechungen

Beitrag von Laurin » 19.08.2018, 21:57

Das stimmt allerdings.

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