Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Erstauflage, NEO und Anderes
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Vivian-von-Avalon
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Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 17.07.2018, 17:52

Oder:
Sollte man mal wieder Geschichten aus dieser alten Zeit erzählen?
Aber wie?


Das Thema wird immer wieder mal – mehr oder weniger – kontrovers diskutiert. Manchmal redet man mit zehn verschiedenen Leuten und bekommt (gefühlt) mindestens acht verschiedene Meinungen dazu – oder sogar zehn.
Das mag jetzt ein wenig salopp ausgedrückt sein, trifft aber den Kern der Sache.
Einige diesbezügliche Diskussionen und Umfragen habe ich selbst angestoßen, weil mich die Meinung dazu einfach interessiert. Es ist auch kein Geheimnis im Fandom, dass ich eine Liebhaberin dieser alten Serienzeit bin.
Nun stelle ich immer wieder fest, dass scheinbar sehr unterschiedliche Vorstellungen über „neue alte Geschichten“ bestehen.

Ich kann natürlich nicht für andere sprechen, ich kann hier nur einmal ganz klar sagen, was ich darunter verstehe:
Geschichten aus der alten Serienzeit (d.h. Jahre n.Chr. – vor NGZ) in modernem Stil.
Heißt genauer: in moderner, frischer Sprache, heute geschrieben, mit einem Handlungshintergrund aus eben dieser Zeit.
Die ursprünglichen Romane aus dieser Zeit waren – genau in dieser Zeit – hervorragend. Aber sie können natürlich den heutigen Ansprüchen an Sprache und Stil nicht mehr genügen. Das ist ganz normal und es wäre merkwürdig, wenn das nicht so wäre. Jede Geschichte, die jemand schreibt, ist auch ein Stück Zeitkultur.

So stelle ich mir diese Geschichten vor:

eine Handlung aus der frühen Serienzeit

den Hintergrund der Handlung aus dieser Zeit (z.B. Solares Imperium, Solare Flotte usw.)

Handlungsschauplätze aus besagter Zeit

Personen aus dieser Zeit, auch wenn sie in der heutigen EA nicht mehr präsent sind

Die Protagonisten so, wie sie damals charakterisiert wurden. Z.B. war Perry Rhodan damals durch und durch Offizier. Und zwar ein sehr charismatischer Offizier, der seine Leute hauptsächlich durch das eigene Beispiel mitriss.

Die Psychologie der handelnden Personen, besonders ihre Beziehungen unter- und miteinander, mehr herausstellen, als es damals geschehen ist.
Insofern wäre dieser Punkt eine Ergänzung zur alten Serie.

Soziale Strukturen und Umgangsformen aus dieser Zeit

Das alles in moderner Sprache, die den heutigen Anforderungen an Texte genügt.

Keinesfalls eine „Kopie“ der alten Serie, sondern etwas ganz Neues auf der Grundlage der alten Serie. Quasi eine neue, moderne Retro-Geschichte. Denn eine Kopie kann immer nur schlecht werden.
Bei einer Neuentwicklung ist alles noch offen … hier heißt es: Versuch und Irrtum - oder: Versuch macht klug - oder: Wer es nicht probiert, hat schon verloren!

Ich hoffe, damit habe ich meine Vorstellung solcher Geschichten einmal auf den Punkt gebracht.
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Richard
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Richard » 17.07.2018, 22:05

Ich denke, dass das was du hier ansprichst, der Verlag mit NEO versucht.

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Kapaun
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Kapaun » 17.07.2018, 22:28

Für mich wird PR immer die Ära des Solaren Imperiums bleiben. Eigentlich sogar eher nur bis Heft 399. Bei 703 oder 704 oder so habe ich dann aufgehört und habe trotz diverser Neueinstiegsversuche nie wirklich zurückgefunden. Auch Neo hat das nicht geschafft.

Aber, ja, ich würde sofort und liebend gern einen 12er-Zyklus mit Don Redhorse als Hauptfigur kaufen. Oder auch mit Nome Tschato. Auch mit Nike Quinto und der Abteilung III. Aber eben, wie Vivian schon sagte, mit Personalschilderungen, in denen man die Personen von damals noch wiedererkennt. Ja, das wär schon was.

Zum Beispiel: Redhorse und ein paar alte Freunde von der CREST (alt durchaus im wörtlichen Sinne) machen sich auf zu einem letzten großen Abenteuer. Ach, ich krieg tatsächlich schon eine Gänsehaut, wenn ich das schreibe.
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Richard » 17.07.2018, 22:46

Ich denke, dass zu der Zeit die Figuren teilweise noch viel klischeehafter geschildert wurden als das aktuell der Fall ist.
Daher glaube ich jetzt, dass solche Romane eher weniger den Zweck erfuellen wuerden neue Leser zur EA (oder vielleicht NEO) zu ziehen.
Vielmehr wuerde hier eher die Klientell bedient werden, die wohl diese alte PR Zeit besonders gern haben.
Aber vielleicht taeusche ich mich und zumindest die eine oder andere Miniserie hatte geanu den Zweck und nicht etwa neue Kunden auf die EA bzw. NEO aufmerksam zu machen.

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Kapaun
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Kapaun » 17.07.2018, 22:52

Es müsste eigentlich möglich sein, die alten Haudegen deutlich differenzierter zu schildern (vor allem, wenn sie zum Handlungszeitpunkt wesentlich älter sind), ohne ihre Eigenschaften und Eigenheiten und ihre Erkennbarkeit wegzuwischen. Außerdem ist Redhorse von Voltz damals schon zu einer recht differenzierten Figur entwickelt worden. Insofern ...
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Vivian-von-Avalon
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 17.07.2018, 23:14

Kapaun hat geschrieben:
17.07.2018, 22:28
Für mich wird PR immer die Ära des Solaren Imperiums bleiben. Eigentlich sogar eher nur bis Heft 399. Bei 703 oder 704 oder so habe ich dann aufgehört und habe trotz diverser Neueinstiegsversuche nie wirklich zurückgefunden. Auch Neo hat das nicht geschafft.

Aber, ja, ich würde sofort und liebend gern einen 12er-Zyklus mit Don Redhorse als Hauptfigur kaufen. Oder auch mit Nome Tschato. Auch mit Nike Quinto und der Abteilung III. Aber eben, wie Vivian schon sagte, mit Personalschilderungen, in denen man die Personen von damals noch wiedererkennt. Ja, das wär schon was.

Zum Beispiel: Redhorse und ein paar alte Freunde von der CREST (alt durchaus im wörtlichen Sinne) machen sich auf zu einem letzten großen Abenteuer. Ach, ich krieg tatsächlich schon eine Gänsehaut, wenn ich das schreibe.
Ich stimme Dir voll und ganz zu. Wobei ich jetzt weniger an Don Redhorse dachte, was meine Planungen betrifft, sondern eher an Seine Majestät ... ;)
Aber auf jeden Fall mit einem guten character building.
Das ist etwas, was man dem alten Flair noch gut hinzufügen könnte ...
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 17.07.2018, 23:15

Kapaun hat geschrieben:
17.07.2018, 22:52
Es müsste eigentlich möglich sein, die alten Haudegen deutlich differenzierter zu schildern (vor allem, wenn sie zum Handlungszeitpunkt wesentlich älter sind), ohne ihre Eigenschaften und Eigenheiten und ihre Erkennbarkeit wegzuwischen. Außerdem ist Redhorse von Voltz damals schon zu einer recht differenzierten Figur entwickelt worden. Insofern ...
Das ist ganz sicher möglich, wenn man sich intensiv damit beschäftigt.
Auf jeden Fall macht das Spaß ... ;)
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 17.07.2018, 23:15

Richard hat geschrieben:
17.07.2018, 22:46
Ich denke, dass zu der Zeit die Figuren teilweise noch viel klischeehafter geschildert wurden als das aktuell der Fall ist.
Daher glaube ich jetzt, dass solche Romane eher weniger den Zweck erfuellen wuerden neue Leser zur EA (oder vielleicht NEO) zu ziehen.
Vielmehr wuerde hier eher die Klientell bedient werden, die wohl diese alte PR Zeit besonders gern haben.
Aber vielleicht taeusche ich mich und zumindest die eine oder andere Miniserie hatte geanu den Zweck und nicht etwa neue Kunden auf die EA bzw. NEO aufmerksam zu machen.
Auf jeden Fall würde die sog. Klientel der "Altleser" bedient werden.
Und ich glaube, das sind gar nicht so wenige ...
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Laurin » 18.07.2018, 00:28

Vivian-von-Avalon hat geschrieben:
17.07.2018, 23:14
... was meine Planungen betrifft ...
Ist das nicht eine Sache, bei der man vor allem auch die Zustimmung des Verlags bräuchte?

Ich erinnere mich an unsere Fan-Stories von den "Mitreisenden der BASIS", da hatten wir uns die Freigabe dazu explizit von KNF eingeholt. Immerhin nutzen solche Fan-Spin-Offs dann ja Charaktere und Rahmenhandlung einer kommerziellen Serie.


Zu der Idee: Finde ich interessant - aber ich weis nicht, ob es überhaupt möglich ist, aus heutiger Sicht und mit neuen Autoren in die damalige Zeit einzusteigen und das damalige Feeling wieder zu erwecken, und dann noch so, dass es heutige Leseransprüche befriedigt. Vieles ist in der Erinnerung verklärt, und die Ansprüche der Leser sind heute z.T. doch sehr unterschiedlich.

NEO oder die Versuche mit den Miniserien, von denen eine ja auch in der Endzeit des Solaren Imperiums spielt, konnten mir dieses Gefühl jedenfalls nicht geben - ich greife dann ab und an lieber einfach mal zu den Silberbänden. Nach Jahrzehnten wirken die auch wieder wie neu ...
:-D

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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Ein Terraner » 18.07.2018, 08:47

Richard hat geschrieben:
17.07.2018, 22:05
Ich denke, dass das was du hier ansprichst, der Verlag mit NEO versucht.
Kläglich gescheitert würde ich sagen.
Licht und Dunkel

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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von LaLe » 18.07.2018, 08:50

Sehe ich inhaltlich auch so. Da die Serie noch läuft scheint sie sich aber wohl zu rechnen.

Ich habe kürzlich erst alle Hefte "entsorgt" die außerhalb des Bereichs 1400-1799 liegen.
Die Katze grinste. "Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
"Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
"Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.
(Lewis Carroll, Alice im Wunderland)

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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 18.07.2018, 09:22

Laurin hat geschrieben:
18.07.2018, 00:28
Vivian-von-Avalon hat geschrieben:
17.07.2018, 23:14
... was meine Planungen betrifft ...
Ist das nicht eine Sache, bei der man vor allem auch die Zustimmung des Verlags bräuchte?
...
Habe ich bereits - habe ich mir vor einiger Zeit schon direkt von KNF geholt, nicht-kommerzielle Fan-Romane schreiben und auf meinem Blog veröffentlichen zu dürfen. ;)

Daher kann ich mich ja so austoben und so viel Spaß an meinem Hobby haben. Danke noch einmal dafür an dieser Stelle, Klaus.
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Ein Terraner » 18.07.2018, 09:45

LaLe hat geschrieben:
18.07.2018, 08:50
Sehe ich inhaltlich auch so. Da die Serie noch läuft scheint sie sich aber wohl zu rechnen.
Hätten sie sich erstmal darauf konzentriert eine Welt und deren Regeln zu kreieren anstelle in kürzester Zeit Unmengen an Figuren in den Raum zu werfen, dann wäre es vielleicht anders gekommen. Und dann noch der Quatsch mit der intuitiven Raumschiffbedienung, das war einfach nur Faulheit sich ein Konzept zu überlegen.
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Laurin » 18.07.2018, 11:12

Ein Terraner hat geschrieben:
18.07.2018, 08:47
Richard hat geschrieben:
17.07.2018, 22:05
Ich denke, dass das was du hier ansprichst, der Verlag mit NEO versucht.
Kläglich gescheitert würde ich sagen.
Kann man eigentlich nicht sagen, wenn es seinen Käuferkreis gefunden hat - und gibt's ja nun schon eine ganze Weile.

Ein Terraner
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Re: Die "gute alte" Serienzeit - Pro und contra

Beitrag von Ein Terraner » 18.07.2018, 11:58

Laurin hat geschrieben:
18.07.2018, 11:12
Ein Terraner hat geschrieben:
18.07.2018, 08:47
Richard hat geschrieben:
17.07.2018, 22:05
Ich denke, dass das was du hier ansprichst, der Verlag mit NEO versucht.
Kläglich gescheitert würde ich sagen.
Kann man eigentlich nicht sagen, wenn es seinen Käuferkreis gefunden hat - und gibt's ja nun schon eine ganze Weile.
RTL gibt es ja auch noch, darauf auf Qualität schließen halte ich für falsch. ;) Es gab ja auch im PR Forum welche die NEO energisch verteidigen, und auch damals war es schon Konsens das NEO super ist, solange man darüber nicht nachdenkt. :-))
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