Game of Thrones

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Eisrose
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Eisrose » 15.05.2019, 10:22

giffi marauder hat geschrieben:
15.05.2019, 09:03
Das Problem mit GoT ist, dass die Erwartungshaltungen zu hoch sind.

Ich kann mich noch gut ans erste Buch erinnern.
Angefangen habe ich mit der Erwartungshaltung auf einen netten, typischen Fantasyroman,
also Ned Stark wird neuer König.
Dann war er tot.
Dieses (brutale) ausbrechen aus tradierten Erzählmustern, die im Grunde
die gleiche Geschichte immer wieder nur in neuen Kleidern erzählen,
hat mich damals ungemein fasziniert.

Das Problem war dann aber, dass genau diese "Brüche" zur Normalität wurden.
Damit wurde irgendwann jeder Erzählstrang und jede Figur "episodisch" und die "Geschichte"
entwickelte sich nicht mehr, trat im Grunde auf der Stelle.
Die Erwartungshaltungen sind bei einer guten Serie mit Sicherheit immer zu hoch.

Es gibt wohl einen Spruch unter Drehbuchschreibern, der lautet: "Fuck The Fans". Man soll die Fans ignorieren, da man es ihnen nie recht machen kann und sich stattdessen am Geschmack des Massenpublikums orientieren, da das für den Erfolg einer Serie wichtiger als die Fans ist.

Ich persönlich hätte gehofft, dass man die Fans ignoriert. Nur so hätte man wirklich interessant bleiben können. Gleichzeitig hätte man aber auch den Geschmack des Massenpublikums ignorieren müssen, weil genau das den Erfolg der Serie ausgemacht hat.

Ich denke nicht, dass in der Serie "Brüche zur Normalität wurden", jedenfalls nicht in der Fernsehserie, die Bücher habe ich nicht gelesen. Brüche gab es in den ersten drei Staffeln, dann wurden sie schlichtweg abgeschafft. Seit Staffel 4 ist das eine stinknormale Serie geworden, in der die "Guten" gewinnen und die "Bösen" verlieren.

Vielleicht hat LaLe recht, wenn sie sagt, dass die Serie so lange gut war, wie noch George R. R. Martin die Vorlagen geliefert hat.
giffi marauder hat geschrieben:
15.05.2019, 09:03
Wie könnte es nun aber "befriedigend" enden?
Nach Schema F, indem Jon, der zwar Anfangs eher eine Nebenrolle war und
nun schon gefühlt 2/3 der Story "die" Hautperson ist, König wird
wie es von einer "normalen" Geschichte erwarten würde?
Also ein Bruch mit den Brüchen und zurück zu einer "normalen" Geschichte?
Das wird viele enttäuschen.
Ja, das würde mich auch enttäuschen. Aber ich befürchte, dass die Drehbuchautoren nicht mehr Mut haben.
giffi marauder hat geschrieben:
15.05.2019, 09:03
Oder endet es wie es begonnen hat, mit einer "Überraschung",
mit einer "neuen" Figur, die dem Schlamassel ein Ende setzt.
Jedenfalls habe ich nach dem Vorfinale wieder ein bisschen Hoffnung auf ein überraschendes Finale. Hoffen wir, dass die Drehbuchautoren doch etwas Mut hatten.

Aber wie schwer es ist, es allen recht zu machen, sehen wir ja schon hier unter uns: offenbar haben doch einige Leute die Serie gesehen und jeder hat eine andere Vorstellung vom Finale, lach.
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von LaLe » 15.05.2019, 10:44

Die Bücher zogen ihren Reiz aus der Tatsache, dass sie hinsichtlich der (aus der Handlung heraus) vielfach sinnfrei anmutenden Tode handlungstragender Personen einen Realismus aufwiesen, der für mich beinahe eine Art Alleinstellungsmerkmal war. Vor allem konnte man sich nie sicher sein, dass liebgewonnene Figuren die Sch...., in die sie der Autor reinritt, heil überstanden.

Ich weiß noch genau (und es ist schon einige Jahre her) wie irritiert ich reagierte als Neds Kopf fiel. Und das Kapitel mit der Bluthochzeit habe ich zweimal hintereinander lesen müssen, weil ich gucken musste an welcher Stelle ich mich verlesen hatte. Ich konnte schlicht nicht glauben was ich las. Ähnlich ging es mir bei der Roten Viper, die sich vom Berg "im Tanz stören ließ".

Richtig spannend fand ich auch, wie sich beispielsweise Jaime vom "Ich schmeiße mal kleine Kinder vom Turm." zum regelrechten Sympathieträger entwickelte. Und das lag nicht nur daran, dass alle anderen potenziellen Kandidaten reihenweise starben. Stark fand ich die Szene, als er Cerseis Brief ins Feuer warf.

Überhaupt hat Martin es verstanden seine Figuren nachvollziehbar zu entwickeln.

Ich bin wahrlich kein Freund der TV-Serie, hat die doch maßgeblich verhindert, dass es mit den Büchern weiterging.
Die Katze grinste. "Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Eisrose » 15.05.2019, 10:49

LaLe hat geschrieben:
15.05.2019, 10:05
Das hier
Man ist stark trotz einer Vergewaltigung.
stimmt im konkreten Fall nicht, denn stark wurde sie erst durch deren Bewältigung.
Von der Bewältigung traumatischer Erlebnisse ist aber an keiner Stelle die Rede. Das ist also nur deine Interpretation der Geschichte. Entweder hätten sich die Drehbuchautoren mehr Zeit für ein solch sensibles Thema nehmen müssen oder sie hätten es anders darstellen müssen. Das ist eben das Problem, wenn man nur kurz über Themen rüberhuscht. So wie es gemacht wurde, geht es jedenfalls nicht.
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von LaLe » 15.05.2019, 10:58

Eisrose hat geschrieben:
15.05.2019, 10:49
LaLe hat geschrieben:
15.05.2019, 10:05
Das hier
Man ist stark trotz einer Vergewaltigung.
stimmt im konkreten Fall nicht, denn stark wurde sie erst durch deren Bewältigung.
Von der Bewältigung traumatischer Erlebnisse ist aber an keiner Stelle die Rede. Das ist also nur deine Interpretation der Geschichte.
[...]
...die ich für sehr viel stärker begründet halte als die Annahme, die Vergewaltigung selbst hätte sie stark gemacht. Denn deren Bewältigung wurde, mit den Mitteln der Serie, sehr wohl thematisiert. Als Sansa Ramsay Bolton von seinen eigenen Hunden zerfleischen lässt, gewinnt sie die Kontrolle über sich und ihr Leben von ihrem Vergewaltiger zurück und geht aus dem Ganzen als ein anderer Mensch hervor.

Da braucht es nicht sonderlich viel Interpretation für meine Sichtweise.
Zuletzt geändert von LaLe am 15.05.2019, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Eisrose » 15.05.2019, 11:00

Rache also als "Heilung" bei einer Vergewaltigung...
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von LaLe » 15.05.2019, 11:01

Wir reden hier über eine Fantasyserie in einem mittelalterlichen Setting. Jahrelange Therapiesitzungen vor dem Hintergrund feministischer Entwicklungen der Neuzeit sind jetzt nicht ganz das, was ich da erwarten würde.
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Eisrose » 15.05.2019, 11:04

LaLe hat geschrieben:
15.05.2019, 10:44

Ich weiß noch genau (und es ist schon einige Jahre her) wie irritiert ich reagierte als Neds Kopf fiel. Und das Kapitel mit der Bluthochzeit habe ich zweimal hintereinander lesen müssen, weil ich gucken musste an welcher Stelle ich mich verlesen hatte. Ich konnte schlicht nicht glauben was ich las. Ähnlich ging es mir bei der Roten Viper, die sich vom Berg "im Tanz stören ließ".
Drei Szenen, die ich auch als Serien-Guckerin gleich mehrmals gesehen habe. Und bei der Bluthochzeit sass ich einfach nur mit offenem Mund vor dem Bildschirm, weil ich einfach auch nicht glauben konnte, was ich da sah.
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Game of Thrones

Beitrag von Kapaun » 15.05.2019, 11:12

Der einzige Charakter, mit dem ich mich über weite Strecken identifizieren konnte, ist Tyrion. Würde mich freuen, wenn am Ende er der Chef wäre. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es eher Arya sein wird.
"The universe is probably littered with the one-planet graves of cultures which made the sensible decision that there's no good reason to go into space - each discovered and remembered by those who made the irrational decision.”
(Randall Munroe)

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Re: Lieblingsserien

Beitrag von LaLe » 15.05.2019, 11:25

Gemäß Abstammung kommen ja nur Daenerys und Jon in Frage. Sollte erstere inzwischen auf Aryas Liste gelandet sein, wird das bestenfalls eine kurze Nummer und Jon ist Nachtwächter. Okay, die Nachtwache braucht es wohl nicht mehr oder leben da oben noch Wildlinge?

Ich denke, es wird neu gewählt, wobei sich die Frage stellt, wer denn wählt. :unsure: Und Tyrion, das Monster, als Lannister und ehemaliger Handlanger Danys wird es vermutlich nicht. Dass die anderen beiden tot sind, glaube ich erst wenn die verwest sind.

Käme am ehesten noch der Stark-Nachwuchs in Frage. Wer lebt da noch? Arya, Brandon, Rickon und Sansa? Die beiden Schwestern sind älter als ihre Brüder.

Sollte Daenerys getötet werden, käme ihr(e) Mörder(in) in Frage. Das wäre dann wahrscheinlich Arya. Oder führt Sansa derzeit Truppen?

Ganz ehrlich? Da kann man auch würfeln. Ich denke aber, das Rennen wird der Stark-Nachwuchs (Jon inclusice) unter sich ausmachen.
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Cybermancer » 15.05.2019, 13:32

Vielleicht werden die 7 Königreiche auch zu sozialistischen Volksrepubliken, nach einer von Bran angeführten Volksrevolution.
It is no measure of health to be well adjusted to a profoundly sick society.
https://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&s ... CC04F151DE
Lasst uns Kohle zusammenlegen, die Kronen-Zeitung kaufen und die Meinungsmacht in Österreich übernehmen. :) :)

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Re: Lieblingsserien

Beitrag von giffi marauder » 15.05.2019, 14:16

Eisrose hat geschrieben:
15.05.2019, 10:22

Ich denke nicht, dass in der Serie "Brüche zur Normalität wurden", jedenfalls nicht in der Fernsehserie, die Bücher habe ich nicht gelesen.
Nun ja, die Bücher sind noch etwas umfangreicher. :har:
Ich hab da zwar bei den letzten 4 Bänden, die eigentliches einer waren, welchen GRRM dann doch in zwei geteilt hat
und diese wiederum in der deutschen Ausgabe verdoppelt wurden, - was wollte ich sagen? -Ah ja - den Faden verloren,
kann mich aber dumpf daran erinnern, dass da noch ein Targaryen-Nachfahre mit einer Armee (die goldenenn Kompanie?)
bei Stumkap gelandet ist, einige Zeit bevor Danerys nach Westen aufbrach.

Mein Problem bei diesem "Buch" war vor allem, dass dieses nicht zeitlich sondern
nach Handlungsebenen/Personen geteilt wurde.
Da wußte man beim dritten und vierten Teil nie so recht, was denn nun zeitgleich im ersten und zweiten geschehen war,
die man ja schon mind. 1 Jahr vorher gelesen hatte. :blink:

Ah da: Der junge Greif:
Spoiler
https://eisundfeuer.fandom.com/de/wiki/Junger_Greif
Also gerüchteweise Aegon, direkter und legitimer Sohn Rhaegars und Elia-Martells und somit der (ältere) Halb-Bruder von John.
Obwohl dieser Handlungszweig in der TV-Serie völlig ignoriert wurde, macht mich die Rolle die Varys darin spielt,
dann doch nachdenklich.

Ihn jetzt aber aus dem Hut zu zaubern, wäre schon eine "mutige" Aktion. :devil:

Edit:
Kurioserweise hat ja Aegon zum Zeitpunkt der Geburt von Jon noch gelebt,
wieso heißt Jon jetzt auch Aegon?
War auch deren Vater Rhaegar schon etwas wirr? :hm:
Zuletzt geändert von giffi marauder am 15.05.2019, 14:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Lieblingsserien

Beitrag von giffi marauder » 15.05.2019, 14:21

Cybermancer hat geschrieben:
15.05.2019, 13:32
Vielleicht werden die 7 Königreiche auch zu sozialistischen Volksrepubliken, nach einer von Bran angeführten Volksrevolution.
Nein, die sind auch dort im Osten.
Im Westen herrscht auch in GoT das Recht des Stärkeren. :-)

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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Eisrose » 15.05.2019, 20:57

Kapaun hat geschrieben:
15.05.2019, 11:12
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es eher Arya sein wird.
Das wäre schön. Ich bin für Arya, glaube aber nicht, dass die Autoren den Mut für sie aufbringen.
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Eisrose » 15.05.2019, 20:59

Wen übrigens absolut niemand auf dem Plan hat aber mit viel Mut der Autoren durchaus möglich wäre: Gendry, der inzwischen Lord von Sturmkap ist...
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Re: Lieblingsserien

Beitrag von Kapaun » 15.05.2019, 21:01

Ich denke, dass das nicht nur eine Frage ist, inwieweit die Drehbuchschreiber sich trauen. Zweifellos hat sich Martin eine Klausel gesichert, nach der er ein Vetorecht hat, wenn sich das Ende der TV-Version allzusehr von seinem für die Bücher projektierten Ende unterscheidet (das er ja nach eigener Aussage im Groben kennt). Also, wenn und falls er mit Arya plant, wird das auch im Fernsehen so sein, denke ich.
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