Der neue Kindle (Oasis)

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Kapaun
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Der neue Kindle (Oasis)

Beitrag von Kapaun » 12.05.2016, 15:32

Was taugt der neue Kindle? Die Firmware ist mehr oder weniger identisch mit der des Voyage (und wahrscheinlich der des Paperwhite). Die Auflösung ist auch dieselbe - aber hier weiter zu gehen, ist wohl auch sinnlos. Die 300 ppi entsprechen ohnehin bereits guter, auf Papier gedruckter Schrift. Die Sortierfunktionen in Sammlungen sind nach wie vor unzureichend, weshalb sich auch der Oasis nicht wirklich für große Serien wie etwa PR eignet. Die Silbentrennung (soweit sie im Buch, das man liest, bereits eingebaut ist) funktioniert gut und ist vor allem bei deutschen Texten wichtig - leider klaffen gerade da noch die größten Lücken. Aber das hat mit dem Gerät an sich nichts zu tun.

Was den Oasis von anderen Kindles unterscheidet, sind vor allem zwei Dinge.

Erstens die Form: Er ist deutlich kleiner, dünner und leichter. Man spürt das Gewicht kaum, wenn man ihn in der Hand hält. Das ist ganz sicher ein Vorteil für Viel- und Lange-Leser. Der asymmetrische Knubbel am rechten Rand fungiert dabei als erstaunlich funktionaler "Haltepunkt", so dass das Lesen mit einer Hand überhaupt kein Problem ist. Wenn man Linkshänder ist, dreht man ihn einfach um und hält ihn mit links - die Funktion der Blätter-Tasten kann umgestellt werden, und der Text dreht sich von alleine.

Zweitens die zwei Akkus: Ein Winz-Teil ist im Lesegerät selbst verbaut. Versteht sich von selbst, dass der nicht lange hält. Im Netz geistern Horrormeldungen von 2 Stunden umher, aber das kann höchstens dann zutreffen, wenn der Oasis dauernd online ist. Wenn man den Flugmodus einschaltet, macht er auch eine lange Zugfahrt mit. Sechs bis sieben Stunden dürften es dann problemlos sein, eher mehr. Der zweite recht fette Akku sitzt in der Schutzhülle, die diesmal mitgeliefert wird. Packt man den Oasis da wieder rein, wird er automatisch aufgeladen. Natürlich kann man auch mit Hülle lesen (aufgeklappt halt), dann geht aber der Vorteil der Verkleinerung und Gewichtsreduzierung verloren. Jedenfalls sollte es kein Problem sein, mit einem voll aufgeladenen Hüllen-Akku auch einen Urlaub durchzustehen. Das ist dann schon angenehm, weil man sich die Mitnahme von Kabeln sparen kann.

Ein Unterschied, der zunächst nicht so sehr auffällt, ist die Beleuchtung. Es gibt keine Auto-Funktion wie beim Voyage. Zunächst war ich da skeptisch, aber nach einiger Zeit muss ich nun sagen, dass es mir so besser gefällt. Die Voyage-Beleuchtung fand ich oft einen Tick zu sparsam, vor allem im Hellen. Hier stelle ich die Intensität ein, und dabei bleibt es, fertig. Manche haben im Netz angemerkt, dass sie den Kontrast zu schwach finden - das ist aber einfach nur die Folge einer übermäßig aufgedrehten Beleuchtung. Wer einen vernünftigen Mittelwert nimmt, muss auf guten Kontrast nicht verzichten - ich habe beispielsweise Stärke 14 eingestellt, das ist mir angenehm, und der Kontrast ist kräftig.

Die Blättertasten gefallen mir gut. Sie sind griffiger als die Druckfelder beim Voyage. Natürlich kann man auch wieder mit Touch blättern, aber damit habe ich mich noch nie anfreunden können. Grundsätzlich arbeitet der Touchscreen aber sehr gut und ist angenehm empfindlich. Das Nachschlagen von z.B. englischen Vokabeln im verlinkten Wörterbuch geht deutlich "smoother". In den Ecken des Screens leidet die Empfindlichkeit, und man muss manchmal nachdrücklich draufdatschen, um eine dort befindliche Funktion auszulösen. Aber das war auch schon beim Voyage so. Ich empfehle übrigens auf jeden Fall den Touch-Stift von Amazon, damit erspart man sich Fingerabdrücke und Schmiere auf dem Bildschirm (was ich persönlich hasse).

Muss man den Oasis haben, wenn man schon einen Voyage oder auch einen Paperwhite hat? Nein, muss man natürlich nicht. Aber für mich war es trotzdem kein Fehlkauf. Es sind einige kleine Bequemlichkeiten, die mir den Oasis recht schnell ans Herz haben wachsen lassen.
"I would challenge you to a battle of wits but I see you are unarmed."
(William Shakespeare)

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