Steam

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Kapaun
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Steam

Beitrag von Kapaun » 01.01.2019, 14:33

Steam ist eine Plattform, auf der man im Internet Computerspiele spielen kann. Man kauft über Steam das entsprechende Spiel (die Plattform rechnet dann ihrerseits mit den Entwicklern ab), lädt es herunter und spielt.

Aus Entwicklersicht hat das eine ganze Menge Vorteile: Man braucht keine Kopierschutzmaßnahmen mehr, da Steam eben auch als Kopierschutz funktioniert (das Spiel ist nur im Zusammenhang mit dem Steam-Account spielbar, von dem es gekauft wurde). Hotfixes und Patches sind kein Problem mehr, kleine Erweiterungen, die früher den Aufwand der Produktion nicht gelohnt hätten, auch nicht. Man kann sogar unfertige Spiele verkaufen und hat damit eine breite Betatesterbasis und auch Rückmeldungen mit Blick auf die Frage, wie das fertige Spiel einmal aussehen soll. Bei Steam nennt sich dieses Modell Early Access. Und vor allem braucht man keinen Publisher mehr, weil Steam das in bis dahin nicht gekannter Effizienz erledigt. Kein Wunder also, dass inzwischen der Löwenanteil neuer Spiele auf Steam oder zumindest auch auf Steam veröffentlicht wird.

Aber auch für die User hat Steam beachtliche Vorteile: Sie haben immer automatisch die Version, die gerade auf dem aktuellsten Stand ist (ohne im Internet nach Patches suchen zu müssen). Sie müssen nicht in die Stadt rennen, um ein Spiel zu kaufen (das dann vielleicht im Laden nicht vorrätig ist), sondern laden es einfach herunter - selbst bei sehr umfangreichen Titeln dauert das bei den heutigen technischen Verhältnissen höchstens mal eine starke Tasse Kaffee. Und wenn man mal einen neuen Computer hat - loggt man sich bei Steam ein und lädt das Spiel halt schnell erneut herunter, in der aktuellsten Fassung. Abgesehen von Patches, Updates und offiziellen Erweiterungen gibt es bei vielen Spielen kostenlos auch sogenannte Workshop-Objekte, die von anderen Spielern gebastelt wurden. Das sind winzige Additionen wie etwa eine verbesserte Waffe bis hin zu Add-Ons, die das "Vanilla"-Spiel stark verändern. Viele dieser Workshop-Objekte haben eine absolut professionelle Qualität. Problematisch ist nur, dass viele Workshop-Mods bei größeren Updates des Originals erstmal nicht mehr funktionieren und vom Mod-Autor erst wieder angepasst werden müssen. Nichtsdestotrotz - für beide Seiten definitiv eine Win-Win-Situation.

Steam hat den Lebenszyklus von Spielen gravierend verändert. Es ist heutzutage keine Seltenheit mehr, dass ein Spiel in einer eher simplen Grundversion veröffentlicht und dann viele Jahre weiterentwickelt wird (das älteste Spiel, das ich dauerhaft spiele, und das immer noch weiter entwickelt wird, stammt in seiner Urfassung von 2012 - das wäre früher schon seit zwei "Generationen" veraltet). Die Updates gehen heute aber bis hin zu Grafik-Relaunches oder gar Umstellungen von 32 auf 64 bit - früher undenkbar. Es folgt also auf XY nicht mehr nach zwei oder drei Jahren XY II und nochmal ein paar Jahre später XY III, sondern die Veränderungen geschehen laufend und verbessern einfach XY immer weiter. Inhaltliche Ausweitungen führen allerdings nicht selten dazu, dass ältere Savestände nicht mehr funktionieren. Bei einem großen Rollenspiel oder einer langwierigen Galaxis-Eroberung wie Stellaris kann das schon sehr nervig sein. Auch kann es durchaus sein, dass das Spiel irgendwann eine Entwicklungsrichtung einschlägt, die dem User nicht mehr gefällt. Er würde dann vielleicht lieber bei der älteren Fassung bleiben. Die Entwickler haben diese Probleme allerdings inzwischen vielfach erkannt und halten über die Testfunktion für Beta-Versionen auch ältere Fassungen bereit, mit denen man dann wie gewohnt weiterspielen kann.

Ich finde solche Entwicklungen ziemlich spannend, vor allem dann, wenn sie wie hier eher schleichend daherkommen und erst nach etlichen Jahren in vollem Umfang eingeschätzt werden können.

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