Kommunikation im Netz - Foren & Soziale Medien

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Laurin
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Kommunikation im Netz - Foren & Soziale Medien

Beitrag von Laurin » 25.12.2019, 17:35

Ich bin kürzlich auf einen interessanten Beitrag gestoßen: "Gut drauf trotz Social Media – Die Kunst des Trollens" von Linus Neumann.

Der Beitrag ist von 2015, aber dennoch immer noch sehr aktuell.

Inhaltlich geht es um den Begriff des 'Trollens' (unter einer etwas anderen Perspektive als üblich), um die Bewertung des Diskurses im Netz (These: Noch nie wurde jemand im Netz dazu gebracht, seine Meinung zu ändern), um seltsame Werkzeuge der Betreiber um sich gegen Hater und Trolle zu wehren (Hellbanning und Trolldrossel) - und um 10 Regeln, sich den Spaß im Netz nicht verderben zu lassen.

Auf mich wirkte das ehrlich gesagt stellenweise aber wie Tips zum Überleben in einer Art (Kommunikations-) Krieg, speziell auf solchen Medien wie Facebook und Twitter. Ich persönlich kann es daher auch gut nachvollziehen, wenn es sogar Politiker gibt (wie z.B. Habeck) die am Ende ihre Social-Media Accounts einfach schließen.


Hellbanning (oder Shadow-Banning oder Stealth Banning) kannte ich bisher noch gar nicht: https://conterest.de/shadowbanning-was-ist-das/
Ziemlich perfide - man ist nicht offiziell gebannt, kann weiterhin posten - nur außer einem selber oder ggf. anderen Trollen sieht keiner die Postings mehr.
:innocent:

Ähnlich die sogenannte 'Trolldrossel': https://www.youtube.com/watch?v=ZG4FawUtYPA (s. auch Quellen unten)
Dahinter verbirgt sich ein Algorithmus, der anhand der verwendeten Worte die Wahrscheinlichkeit eines Trollpostings errechnet, und bei positivem Befund dann den Poster erst mal eine längere Zeit mit eigentlich unlösbaren Captures beschäftigt. Ziel: Das Trollen zu verleiden.

Manche Forensoftware (wie z.B. Xenforo) bieten sogar direktere Methoden des 'Verleidens' an: Wird man von den Moderatoren erst mal als Störenfried betrachtet, und ist auf der Verleide-Liste gelandet, funktioniert für denjenigen der Seitenaufbau nicht mehr richtig, wird alles langsamer, landen abgesendete Postings des Öfteren im Nirvana und werden lediglich mit einer Fehlermeldung quittiert usw. - bis die Leute irgendwann die Lust am Forum verlieren.

Der 'Vorteil' für den Betreiber bei solchen Methoden ist: Er braucht niemanden zu bannen, was ja meistens nicht ohne einen gewissen Aufruhr im Forum möglich ist.


Ich persönlich finde solche Methoden eigentlich alle mehr oder weniger fragwürdig - weil es die Leute im Grunde verarscht, und als User möchte ich eigentlich weder irgendwelchen undurchschaubaren Algorithmen ausgeliefert sein, noch dem unbekannten Wohlwollen von Betreiber und seinem Team.

Wer ein Forum betreibt, sollte m.E. schon den Hintern in der Hose haben, notfalls auch offen harte und nachvollziehbare Moderationsmaßnahmen zu ergreifen, als zu solchen fragwürdigen Methoden zu greifen - auch wenn das dann vielleicht Gegenwind produziert.

Das Problem bei den verdeckten Maßnahmen ist auch, dass sobald diese mal öffentlich bekannt geworden sind, dies den Betreiber und sein Forum gewaltig diskreditieren - dann geht der ganze Schuss nämlich nach hinten los.

Dass überhaupt über solche Tools nachgedacht wird oder die teilweise auch eingesetzt werden, zeigt aber das ganze Dilemma des 'Kommunikationskrieges' in Netz.
...

Laurin
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Re: Kommunikation im Netz - Foren & Soziale Medien

Beitrag von Laurin » 25.12.2019, 17:38

Dieser hier etwas gekürzte Beitrag kann in seinem ganzen Umfang nach Registrierung/Anmeldung hier eingesehen und diskutiert werden: viewtopic.php?p=52468#p52468

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