PR 3031 - Die Gewaltigen von Everblack von Susan Schwartz

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Laurin
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PR 3031 - Die Gewaltigen von Everblack von Susan Schwartz

Beitrag von Laurin » 23.09.2019, 19:19

Die Szenerie wechselt zu den aktuellen Aktivitäten der USO.

Im Leerraum vor der Milchstraße fliegen Augenraumer der Cairaner Patrouille, und halten speziell nach der THORA von Reginald Bull und nach der RAS TSCHUBAO Ausschau. Der Dienst ist wie üblich öde und ereignislos. Plötzlich fallen einige 2500m-Raumer der Posbis aus dem Linearraum und legen sich mit einem der Patrouillenraumer der Cairaner an. Die Posbis wirken ziemlich durchgeknallt, und wollen wissen, ob die Cairaner auch im Dienste des Maghan stehen. Als die das nicht bejahen, greifen sie an.

Die Cairaner wehren sich, können einen der Posbiraumer erfolgreich abwehren, bekommen dann aber durch eine neuartige Waffe ihr Energieauge und die Hyperfunkanlage beschädigt, und können so weder fliehen noch über Hyperfunk um Hilfe rufen. Selbst eine Selbstzerstörung geht nicht mehr. Als sie sich gerade zum letzten Kampf rüsten, kommt unerwartet ein 1800m-Kugelraumer zu Hilfe, die NIKE QUINTO.

Diese kommt von der Posbidunkelwelt Everblack, weil sie dort mitbekommen haben, dass die durch eine Krankheit veränderten Posbis auf Kaperfahrt gegangen sind, und wollen das Schlimmste verhindern. Nach einigem Hin- und Her und ein paar gut gezielten Schüssen machen sich die Posbis zunächst vom Acker.

Von der NIKE QUINTO meldet sich ein maskierter 'Markgraf' und bietet an, den beschädigten Augenraumer zu deren Stützpunktwelt zu schleppen - im Gegenzug möchte man dort den Verantwortlichen vorgestellt werden, da man beabsichtige ein Abkommen zwischen USO und den Cairanern zu schließen, um so als Organisation offiziell anerkannt zu werden. Der Kommandant des Augenraumers ist überrascht, dass es die USO noch gibt, und willigt schließlich mangels Alternativen ein, allerdings unter der Bedingung, vorher seine Zentrale per Hyperfunk informieren zu dürfen. Nicht alle an Bord des Augenraumers finden das gut, und manche sehen darin sogar einen Verrat.

Die Hyperfunkanlage wird danach instand gesetzt, sodass der cairanische Kommandant seinen Hyperfunkspruch senden kann, und die Koppelung der Raumer zwecks Huckepacktransport vorbereitet. An Bord kommt es derweil zu einem Aufstandsversuch, und auch die Posbis greifen wieder an, als das Gespann sich endlich auf die Reise macht. Die NIKE QUINTO schleust einen 500m Schlachtkreuzer sowie einige Korvetten zur Abwehr aus, die die Posbis so lange beschäftigen, bis man endlich in den Linearraum eintauchen kann.

Auf der Reise zum geheimen Stützpunkt der Cairaner entdecken die USO-Leute vor dem System ein gigantisches Objekt ...


Mein Eindruck - mit weiteren Spoilern.

Sprachlich war das Heft jetzt nicht so meins - und auch die Handlung ließ aus meiner Sicht leider doch sehr an Glaubwürdigkeit zu wünschen übrig.

Da haben die Cairaner also mit ungeheurem Aufwand ihren vielleicht wichtigsten geheimen Stützpunkt angelegt, und fliegen dann im weiteren Umfeld wie die Hummeln Patrouille, bis man auf sie aufmerksam wird?

Wieso suchen die eigentlich die THORA? Die war doch erst kürzlich zweimal quasi ihren Flotten ausgeliefert, was aber nicht genutzt wurde.

Die Verkleidung Monkeys als 'Markgraf' mit Gesichtsmaske fand ich ziemlich albern - wenn man sich als USO vorstellt und ein Oxtorner als Chef auftaucht, äh ... da sollte eigentlich klar sein, um wen es sich handelt.

Die USO hat also 500 Jahre damit zugebracht, lediglich drei Stützpunktwelten und die NIKE QUINTO zu bauen, in der ganzen Zeit so geheim agiert dass alle inzwischen annehmen sie existiere nicht mehr, und wird ausgerechnet nachdem Rhodan auftaucht, nun wieder aktiv?

Der Plan, sich mittels der angeblich durchgeknallten Posbis als toller Helfer der Cairaner zu bewähren ist doch reichlich durchsichtig - wird das durchschaut, sind sie aufgeflogen - für wie dumm hält man die Cairaner? Und fliegt dann ohne Rückendeckung in die Höhle des Löwen und liefert sich mitsamt dem tollen Raumschiff aus, nur um ein Abkommen mit dem Feind zu schließen und von dem 'anerkannt' zu werden? Ohne wenigstens mal das 500m-Beiboot vorher als Rückversicherung abzukoppeln? Für mich liest sich das reichlich naiv, genauso naiv wie der cairanische Kommandant, der die vermutlich wichtigste Stützpunktwelt seines Volkes für die eigene Rettung preist gibt, nur mit dem Trostpflaster einen zweifelhaften Verbündeten anzuschleppen, der ein tolles Raumschiff hat.

Daneben gab es jede Menge technische Ungereimtheiten, wie z.B. dass der angeblich so überlegene cairanische Raumer bei eigener Energieschwäche weder angreifen noch sich selbst zerstören kann - hat man keine Raumminen, Raumtorpedos oder transformkanonenähnliche Waffen an Bord, die man notfalls zünden kann? Gibt es keine potenten eigenen Beiboote, die bei Ausfall der eigenen Hyperfunkanlage in Aktion treten können?

Wie will eigentlich das 500m-Beiboot der NIKE QUINTO mit ein paar Korvetten und Zerstörern glaubhaft vier riesige 2500m-Raumer der Posbis in Schach halten? Und wie muss ein Hangar auf dem 1800m-Trägerschiff beschaffen sein, der so ein großes Beiboot aufnehmen kann? Und wirklich eine aktive Orterreichweite von 1000 Lichtjahren - und dann ortet man die gigantische Struktur vor der Stützpunktwelt erst aus der halben Entfernung?

So sehr ich mich auf die Handlungsebene USO gefreut hatte - fand ich den Auftakt aufgrund der vielen Ungereimtheiten nicht so prickelnd.

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