Was wäre, wenn ...?

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Vivian-von-Avalon
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Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 10.09.2018, 17:40

Was wäre, wenn …

Ein bekannter Satz. Jeder von uns wird sich schon hin und wieder gefragt haben: Was wäre, wenn ich damals das anders gemacht hätte? Oder: Was wäre, wenn ich damals nicht dorthin, sondern hierhin gegangen wäre? Usw., usw., …

Was bedeutet dieser Satz – oder was kann er bedeuten im Perryversum?
Was wäre anders abgelaufen, wenn die Protagonisten an dieser oder jener Stelle der Serie andere Entscheidungen getroffen hätten – oder ihnen andere Informationen zur Verfügung gestanden hätten?
Die Frage lässt sich so weit ausspinnen, dass man sich als Leser fragen könnte, wie hätte ich an dieser Stelle die Serie weitergeschrieben, wenn …
Ich führe einmal drei kleine Beispiele an:

1.
Erinnert Euch an die ganz frühe Zeit der Serie: Als der arkonidische Forschungskreuzer AETRON auf dem irdischen Mond von den Raketen der vereinigten Erdmächte vernichtet wurde, rechneten Thora und Crest aufgrund der automatisch abgestrahlten Notrufe mit dem Erscheinen einer arkonidischen Robotflotte vom Stützpunkt Myra IV rechneten. In Erwartung ihrer Rettung bietet sie Perry Rhodan an, sie nach Arkon zu begleiten:
Zitat:
Thora: „…Ich biete Ihnen die Rettung an. Als Kommandantin eines Forschungskreuzers bin ich dazu berechtigt. Man wird Sie mit uns zusammen nach Arkon bringen und dort Verwendung für Sie finden."
Rhodan lehnt ihren Vorschlag ab: „… Ich habe kein Interesse daran, in Ihrem Reich einen mehr oder wenigen wichtigen Posten zu bekleiden. Meine Sorgen gelten einzig und allein der Erde. Wissen Sie, warum?"
[…] „Wir brauchen nur noch ein bisschen zu warten - drei- oder vierhundert Jahre vielleicht, was ist das schon auf dem langen Weg, den wir seit der Steinzeit gegangen sind -, dann bekommen wir, wir sage ich, den Schutthaufen von Ihrem Imperium für ein Butterbrot! Ich will nicht derjenige gewesen sein, der den Arkoniden die Tricks beigebracht hat, mit denen sie den Vormarsch der irdischen Menschheit stören können - nicht aufhalten, nur stören." (EA 5: Atom-Alarm)

Nun, wie hätte die Serie weitergehen können, wenn Rhodan Thoras Angebot angenommen hätte?

2.
Atlan verteidigt vor zehntausend Jahren die Erde gegen die Druuf. Also kannte das Große Imperium der Arkoniden damals die Koordinaten des Solaren Systems unter dem Namen Lara und die Erde hieß Larsaf III.
Durch das fürchterliche Chaos, das der Methankrieg im Arkon-Imperium auslöste, wurde noch nicht einmal nach dem Flottenadmiral und Kristallprinzen des Reiches gesucht, weil die Erde so weit ab vom Kriegsgeschehen lag. Nichtsdestotrotz wird man Daten über diese Kolonie in den historischen Speichern gehabt haben, als ca. fünftausend Jahre später Epetran das Große Robotgehirn programmierte, das später der Regent wurde. Diesem Robotgehirn wird man alle vorhandenen Altdaten eingegeben haben. So ist immer wieder in der damaligen Serie die Rede von historischen Altspeichern.
Auch Crest sagt nach seiner Notlandung auf dem Mond einmal zu Rhodan, dass die Arkoniden die Erde schon lange kennen, aber ihren Unterlagen nach wäre sie noch in der Steinzeitentwicklung – was wiederum genau den Zustand beschreibt, in dem Atlan sie vorgefunden hat.
Später, nachdem Perry Rhodan Arkon angeflogen hat, gelten die galaktischen Koordinaten der Erde als das am besten gehütete Geheimnis der gesamten Menschheit.
Die Geheimhaltung konnte nur gelingen, weil der Robotregent die Erde nicht mit Larsaf III gleichsetzte. Denn dass er die entsprechenden historischen Daten ihm bekannt waren, erklärte die Sicherheitsschaltung A-1, nachdem sie Atlan anerkannt hatte: „Eure Daten wurden mit Hilfe der Altspeicher überprüft und für richtig befunden.“

Jetzt die „Was-wäre-wenn“-Frage hierzu:
Was wäre, wenn der Robotregent schon vor Atlans Machtübernahme den Schluss gezogen hätte: Die Erde ist Larsaf III. Nach arkonidischem Recht wäre die Sache noch weitergegangen: denn danach wäre Terra eine Kolonie des Großen Imperiums gewesen! Wie hätte der Robotregent sich in diesem Fall verhalten? Wie hätte die Serie an dieser Stelle weitergehen können?

Mit dieser Thematik beschäftigt sich z.B. auch die Kurzgeschichte „Die galaktischen Koordinaten der Erde“ im Kurzgeschichtenband CROSSROADS, den der TCE zum Garching-Exil-Con herausgebracht hat.

3.
Jahrhunderte später, im Jahr 2437, fällt Perry Rhodans zweiter Sohn Michael alias Roi Danton scheinbar auf Enemy. Sein Körper konnte nicht geborgen werden, so dass niemand erkannte, dass er noch lebte. Tausend Jahre später taucht er auf dem Umweg über die Station des Cappins Ovaron wieder auf.
Was wäre, wenn er nicht auf Enemy gefallen wäre? Wie hätte die Serie in diesem Fall weitergehen können? Wäre sie vielleicht mit diesem Protagonisten in eine ganz andere Richtung gelaufen? Hätte man an dieser Stelle, dem Sprung zwischen 399 und 400, die klassische Serie erhalten können, wenn andere Entscheidungen getroffen worden wären?

Wie hättet Ihr weitergemacht?
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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Kjeldahl » 10.09.2018, 17:54

Das sind sehr nette Fragen :-)

Und natürlich hatte ich sie mir auch schon gestellt (allerdings nicht die über Michael Rhodan - das schien mir zu unbedeutend zu sein)

Aber leider sind die Fragen ... wie soll ich das ausdrücken... nicht passend.
Denn die Fragen sind kausal.
Aber die PR Geschichte ist ja akausal. Das Ziel der Geschichte war ja zu Beginn bereits festgelegt.
Die Menschheit - mit PR als "erstem Bürger" - ist die auserwählte Rasse, die den unterlegenen und degenerierten Völkern der Galaxis die notwendige, humane Führung geben muss.

Selbst wenn die besagten Entscheidungen anders gefallen wären - wäre das Ergebnis mehr oder weniger dasselbe gewesen.
Denn anders als in der Wirklichkeit, wie gesagt, ist die Zukunft bei PR ja bereits festgeschrieben.

P.S.:
Im Grunde war es ja ein Wunder, dass sich später eine Serie mit "Dem Helden von Arkon" verkaufen ließ. Mag aber der dann bereits erzählten, Däniken-inspirierten Hintergrundgeschichte geschuldet sein, wonach die Menschheit ja von den Sternen kam, eine große Vergangenheit hatte... und der Held von Arkon damit ja irgendwie selbst ein Mensch ist - Beuteterraner ;)

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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Kapaun » 10.09.2018, 21:39

Ich persönlich glaube ehrlich gesagt, dass der erste große Fehler bereits gemacht wurde, als man noch vor Band 50 auf die Arkoniden drauf ist. Hundert Hefte zunächst mal mit Ferronen und Topsidern (und vielleicht einem Springer, der auf die Erde aufmerksam geworden ist und sich was verspricht), das wäre mehr als genug Stoff gewesen. Und vielleicht hätte man mit diesem einen Springer sogar irgendwie zusammenarbeiten können. Mal eine Regionalmacht aufbauen, bevor die Arkoniden überhaupt Wind davon bekommen. Verdeckte Operationen, um sicherzustellen, dass sie eben nicht aufmerksam werden. Kolonialabenteuer, Schleichfahrten (damit Sprünge nicht angemessen werden). Ach, die Möglichkeiten wären schier endlos gewesen ...

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Vivian-von-Avalon
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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 10.09.2018, 23:39

Wären sie - aber ich bin der Meinung, dass der größte Fehler zwischen 399 und 400 gemacht wurde. Die tausend Jahre Abstand und danach eine ganz neue Welt - das war einfach zu viel ...
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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Vivian-von-Avalon » 10.09.2018, 23:41

Ich finde die erste Idee irgendwie faszinierend ... Perry Rhodan hätte Thoras Angebot angenommen, wäre als von den Arkoniden ausgebildeter Flottenführer zurückgekommen ... und dann?
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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Kapaun » 10.09.2018, 23:51

Dann wäre er exiliert worden. Als Quisling unter der Knute der Arkoniden. Die Arkoniden hätten mit der Erde kurzen Prozess gemacht, und Rhodan hätte mit einem Schlachtschiff (mehr hätte er sicher nicht bekommen) und drei Schweren Kreuzern :P irgendwo versteckt ganz neu anfangen müssen ....

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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Kapaun » 11.09.2018, 00:04

Vivian-von-Avalon hat geschrieben:
10.09.2018, 23:39
Wären sie - aber ich bin der Meinung, dass der größte Fehler zwischen 399 und 400 gemacht wurde. Die tausend Jahre Abstand und danach eine ganz neue Welt - das war einfach zu viel ...
Ja, zweifellos. Das hat der Serie irgendwie das Genick gebrochen. Ein Imperium zu schildern, das nach seiner Blütezeit langsam auf den absteigenden Ast gerät, ist sicher ein interessante Idee. Anderson beispielsweise hat das in den Flandry-Romanen meisterhaft gemacht. Aber dazu hätte man keine 1000 Jahre gebraucht. 100 Jahre oder höchstens 200 hätten dafür locker ausgereicht.

Gut, das war damals vielleicht nicht die richtige Zeit dafür, aber ich kann mir das lebhaft vorstellen: Um sich greifende Korruption, die Führungsschicht wird satt und träge, lässt alle möglichen terranerfeindlichen Leute hinein, upps ... Äh, wird satt und träge, der allgemeine Bildungslevel sinkt, Dekadenz wie seinerzeit auf Arkon wird virulent, die Flotte wird sträflich vernachlässigt etc. pp. Und Rhodan und seine Kumpels müssen irgendwann einsehen, dass sie dagegen einfach nicht ankommen.

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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Richard » 11.09.2018, 04:10

mE stand das SI bereits am Ende des M87 ZIyklusses am absteigenden Ast, das SI war danach tatsaechlich nicht mehr das, was es davor war (Flotte zu einem grossen Teil zerstoert, Heimatsystem halb verweusstet, Kolonien aufgrun des Dolanterrors nicht gut auf die Zentralwelt zu sprechen ...).

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Re: Was wäre, wenn ...?

Beitrag von Kapaun » 11.09.2018, 07:12

Ja. Vermutlich hätten 50 Jahre auch gereicht. Oder 25 ...

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