Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

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Soll es eine Impfpflicht gegen Corona geben?

Poll runs till 15.08.2024, 15:47

Ja - ich bin für eine Impfpflicht für alle
4
44%
Ja - aber nur für einige Bereiche wie z.B. das Gesundheits- Pflege- und Schulpersonal
0
No votes
Nein - ich bin gegen eine Impfpflicht
4
44%
Ich bin noch unentschieden
0
No votes
Mir ist das egal
1
11%
 
Total votes: 9

giffi marauder
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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by giffi marauder » 25.11.2021, 13:40

Ein MFG-Gemeinderat liegt jetzt mit Corona auf Intensiv.
https://www.derstandard.at/jetzt/livebe ... -nach-wien (*)
Impfkritiker-Partei bestätigt, dass MFG-Gemeinderat "im Krankenhaus mit C liegt"
Die impfkritische Partei MFG hat via Facebook auf Berichte reagiert, wonach ein Gemeinderat ihrer Partei aus dem Bezirk Ried im Innkreis mit Corona auf einer Intensivstation liegt. "Ja - ein MFG Gemeinderatsmitglied liegt im Krankenhaus mit C - das kann doch kein Grund sein für die vielen Hasskommentare heute hier auf der Seite", heißt es auf dem offiziellen Facebook-Auftritt der Partei. "Wir wünschen unserem Parteimitglied alles erdenklich Gute und baldige Besserung." Kritisiert werden von MFG aber die "Hasskommentare jeglicher Art" auf den Seiten der Partei. Das seien "Beleidigungen, menschenverachtende Kommentare, Lügen, unrichtige Behauptungen und Anschuldigungen, volksverhetzende Sprache gegen die Partei und die handelnden Personen". "Wir als MFG distanzieren uns von dieser Art der Kommunikation - wir lehnen auch jegliche Form von Gewalt oder Verhetzung ab."
Meiner Meinung nach gibts überhaupt keine Gründe für Hasskommentare. :(
Dass sich die MfG-Proponenten nun von "Hasskommentaren" sowie von "Beleidigungen, menschenverachtende Kommentare, Lügen, unrichtige Behauptungen und Anschuldigungen, volksverhetzende Sprache" distanzieren, diese ablehenen und somit in Zukunft hoffentlich selbst auch unterlassen, finde ich gut. :-)
Oder gilt das nur dann, wenn es "gegen die Partei und die handelnden Personen" gerichtet und diese auf "den Seiten der Partei" zu lesen sind. :gruebel:

(*) So bequem diese News-Ticker zu lesen sind, beim Verlinken sind sie ein graus. :-=

Laurin
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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Laurin » 25.11.2021, 17:47

Ich finde, der Ministerpräsident Kretschmann bringt es gut auf den Punkt:
...
"Die ganzen Beschwernisse, die wir dadurch haben, aber auch überlastete Intensivstationen, wo dann zum Schluss entschieden werden muss, wer wird behandelt und wer nicht - das sind ja noch tiefere Eingriffe in die Lebensrechte von vielen Tausend Menschen. Insofern ist es ein Abwägungsprozess und wir glauben, dass wir damit die Freiheit der Gesellschaft des Einzelnen schützen und sie nicht behindern."
...
Wir halten es einfach für erforderlich, weil wir sonst aus dieser Pandemie einfach nicht rauskommen und fortwährend Freiheitsrechte beschränken müssen."

Und das habe schwerwiegende Folgen, zum Beispiel für die Wirtschaft und für Schulen und Kinder, wenn der Unterricht ausfallen müsse. Das alles müsse vermieden werden. "Am schnellsten sichern wir unsere Freiheit, wenn sich die nötige Anzahl an Menschen impfen lassen." Mit der aktuellen Impfquote in Deutschland, die aktuell bei etwa 70 Prozent (Erstimpfungen) liegt, käme man nicht weiter. "Deswegen bin ich der Meinung, kommen wir an einer allgemeinen Impfpflicht einfach nicht vorbei."
...
(Hervorhebungen von mir)

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... t-100.html

Wo er recht hat, hat er recht - und das sollte eigentlich für jeden, der mal in Ruhe nachdenkt, nachvollziehbar sein.

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Eisrose
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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Eisrose » 25.11.2021, 19:41

giffi marauder wrote:
25.11.2021, 13:12
Zum Thema Impfunwillige hier noch zwei Absätze aus einem aktuellen Artikel:
Die Kriterien der Triage
https://science.orf.at/stories/3209927/ ... obal-de-DE
Aus ethischer Sicht ist es freilich nicht akzeptabel, die intensivmedizinische Versorgung
von Covid-Patienten davon abhängig zu machen, ob sie sich haben impfen lassen oder nicht.
In einem auf dem Solidarprinzip basierenden Gesundheitswesen darf der Impfstatus generell kein Kriterium für die Triage sein,
es sei denn, medizinischen Gründe sprächen dafür.
Sollte die Impfung gegen Covid-19 die kurzfristigen Überlebenschancen nachweislich geringfügig erhöhen,
könnte dies Einfluss auf die Entscheidung haben, ansonsten aber nicht.
Das ist jedoch kein Freifahrtschein für Impfskeptiker und Impfgegner.
Die Zeit, sie weiter gewähren zu lassen, ist vorbei.
Ich denke nicht, dass es bei der Triage um Geimpfte vs. Ungeimpfte ginge. Eher konkurrieren hier Coronapatienten mit Unfällen aber auch mit Herzinfarkten und Schlaganfällen. Bei letzterem werden die Überlebenschancen wohl oft höher sein. Egal ob geimpft oder nicht, Coronapatienten werden da zumindest in höherem Alter wohl oft den Kürzeren ziehen...

Und ich denke auch, dass sich eine Triage allmählich einschleichen würde. Da heisst es nicht: ab jetzt machen wir Triage. Eher wird erstmal das Personal überlastet, dann werden unqualifizierte Hilfskräfte zur Unterstützung der ausgebildeten Pfleger geholt, dann kommt es zu ersten Fehlern, dann auch mal zu tödlichen Fehlern...
Ich denke mir täglich alle Autos weg - und es ist schön.

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Kjeldahl
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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Kjeldahl » 26.11.2021, 17:23

giffi marauder wrote:
25.11.2021, 12:13
aber ziemlich durchsichtig und wird noch für ziemlich viel Frustration sorgen.
"Märtyrer", die bereit sind, ihre Freiheit bis zum letzten Corona-Toten zu verteidigen, nicht ausgeschlossen.

...
"Impfunwillige" sind im Gegensatz zu "Nicht-Impfbaren" keineswegs eine schutzbedürftige Minderheit. ;)

Und warum sollte es bei "Überlegungen" eine Grenze nach oben geben? :gruebel:
Forderst du da jetzt allen ernstes Denkverbote und Themenzensur? :giggle:
Du kannst es drehen wie Du willst: freiwillig meint freiwillig. Wenn etwas als freiwillig gekennzeichnet ist, ist es schon merkwürdig, wenn dann nach Strafen gerufen wird (in einen Stakkato, einem ununterbrochenem Mantra), wenn man es nicht annimmt.

"Du darfst jetzt freiwillig drei rote Bonbons nehmen".... "was, Du nimmst sie nicht? Dann sperre ich Dich jetzt mal weg"

Klingt logisch. Und das Narrativ, dass es die Ungeimpften seien, die die Infektionsketten nahezu alleine anstoßen - ich bitte Dich... das ist dermaßen absurd, dass es an *ichsagnichtwas* grenzt. Es ist so, weil es so zu sein hat, einfach per Definition?

Womit dann begründet wird, dass man ganz spezifisch nur "Ungeimpfte" vom Leben ausschließt?

Und, wie ich finde, die Politik relativ unverblümt klar macht, dass 2G NICHT dem Schutz oder dem Stop der Infektion dient, sondern der Bestrafung. "überdenken, Konsequenzen tragen".... das hat nichts mit Infektionsschutz zu tun.
Und warum sollte es bei "Überlegungen" eine Grenze nach oben geben? :gruebel:
tja, Du hast Recht. Sollte es nicht geben. Gefängnis und Geldstrafen über mehrere 10.000 Euro sollten ja wohl verhältnismäßig sein. Doch halt.... das kann man ja noch weitersteigern? Warum Denkverbote? Stimmt Giffi, da sollte man ruhig noch weiter denken. :-)
In solche Richtungen IMMER alles erlauben. Wer Bedenken dagegen äußert, gar eine Deeskalation der sich immer weiter zu ungeahnten Höhen schraubenden Straf-Rethorik wünscht: sofort zensieren. Das ist völlig verhältnismäßig. Darauf doch noch ein dickes Lächeln :-)

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Laurin » 26.11.2021, 21:57

Eisrose wrote:
25.11.2021, 19:41
giffi marauder wrote:
25.11.2021, 13:12
Zum Thema Impfunwillige hier noch zwei Absätze aus einem aktuellen Artikel:
Die Kriterien der Triage
https://science.orf.at/stories/3209927/ ... obal-de-DE
Aus ethischer Sicht ist es freilich nicht akzeptabel, die intensivmedizinische Versorgung
von Covid-Patienten davon abhängig zu machen, ob sie sich haben impfen lassen oder nicht.
In einem auf dem Solidarprinzip basierenden Gesundheitswesen darf der Impfstatus generell kein Kriterium für die Triage sein,
es sei denn, medizinischen Gründe sprächen dafür.
Sollte die Impfung gegen Covid-19 die kurzfristigen Überlebenschancen nachweislich geringfügig erhöhen,
könnte dies Einfluss auf die Entscheidung haben, ansonsten aber nicht.
Das ist jedoch kein Freifahrtschein für Impfskeptiker und Impfgegner.
Die Zeit, sie weiter gewähren zu lassen, ist vorbei.
Ich denke nicht, dass es bei der Triage um Geimpfte vs. Ungeimpfte ginge. Eher konkurrieren hier Coronapatienten mit Unfällen aber auch mit Herzinfarkten und Schlaganfällen. Bei letzterem werden die Überlebenschancen wohl oft höher sein. Egal ob geimpft oder nicht, Coronapatienten werden da zumindest in höherem Alter wohl oft den Kürzeren ziehen...

Und ich denke auch, dass sich eine Triage allmählich einschleichen würde. Da heisst es nicht: ab jetzt machen wir Triage. Eher wird erstmal das Personal überlastet, dann werden unqualifizierte Hilfskräfte zur Unterstützung der ausgebildeten Pfleger geholt, dann kommt es zu ersten Fehlern, dann auch mal zu tödlichen Fehlern...
Ja, das kommt schleichend. Eigentlich schon ab dem Moment, wo lebenswichtige Behandlungen zugunsten von Coronapatienten verschoben werden - und genau da sind wir inzwischen angelangt

Im SPIEGEL #40 vom 2.10.21 diskutieren Melanie Brinkmann und Marcus Schreiber. Schreibers Vorschlag, falls es zum worst case kommt (und den haben wir inzwischen):
... Wenn die Krankenhäuser voll sind, gibt es Vorfahrt für Geimpfte. Das wäre eine Keule, mit der viele Zögerer wohl zu einer Entscheidung gezwungen werden könnten. ...
(S. 104)

Ich finde es schwer vermittelbar, dass Menschen wegen eigentlich vermeidbarer Corona-Patienten welche die Intensivstationen belegen, schwere gesundheitliche Folgen wegen unterlassener medizinischer Behandlung hinnehmen müssen. Es ist auch nicht zumutbar, dass wir das Krankenhauspersonal durch die Haltung von Impfverweigerern 'kriegsähnlichen Zuständen' aussetzen (so heute ein Mediziner aus Baden-Württemberg im ZDF). Solidarität ist keine Einbahnstraße - wer die Solidarität einer Impfung verweigert, muss ggf. auch damit 'leben', dass andere Patienten vorgezogen werden.

Ich wünsche mir das nicht - aber das wäre alles vermeidbar bei vernünftigem Verhalten, oder notfalls halt mit einer Impfpflicht.

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Eisrose » 26.11.2021, 23:36

Hier noch ein paar weitere Ideen um die Impfungen voranzutreiben:
1. Steuerfreie Aufwandsentschädigung für Ärzte, die eine Erstimpfung durchführen.
2. Ausweitung der Impfberechtigung auf Apotheker, Tierärzte, Einbeziehen Bundeswehr im Katastrophenfall
3. 2G Optionsmodell für alle Arbeitgeber. Arbeitgeber können 2G anordnen und ungeimpfte Mitarbeiter ohne Lohnfortzahlung nach Hause schicken
4. Impfen statt testen. Testnachweise nur noch für nachweislich Impfunfähige oder Erstgeimpfte
5. Infektionen teurer machen: Keine Lohnfortzahlung bei Infektion von Ungeimpften mit Anscheinsbeweis für Kausalität. Kostentragungspflicht für Infektionskosten. (Rechtstechnisch über eine Impfobliegenheit).
Ich denke mir täglich alle Autos weg - und es ist schön.

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Laurin » 27.11.2021, 00:37

Ja alles schön und gut, da könnte man wirklich mehr machen - aber ich habe ja so den Verdacht, dass wir in Wahrheit gar nicht genug Impfstoffe vorrätig haben, wenn sich nun alle impfen und boostern lassen ...

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Richard » 27.11.2021, 01:26

Laurin wrote:
26.11.2021, 21:57
...
kommt schleichend. Eigentlich schon ab dem Moment, wo lebenswichtige Behandlungen zugunsten von Coronapatienten verschoben werden - und genau da sind wir inzwischen angelangt
So ein Beispiel aus *.at habe ich bereit gepostet:

https://www.politik-im-exil.de/viewtopi ... =45#p67572

Ich wäre ja gespannt, wie hier in *.at die Reaktionen ausfallen würden, wenn man Coronakranken, die rein gesundheitlich eine Impfung vertragen hätten, eine Regressforderung bei ICU Belegung in Aussicht stellen würde, als begleitende Massnahme zur Einführung der Impfpflicht per 1.2.2022 . Vielleicht würde sich ja in manchen Gegenden in *.at der Absatz von Pferdeentwurmungsmittel nochmals verdoppeln oder so ...

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by giffi marauder » 29.11.2021, 09:07

Kjeldahl wrote:
26.11.2021, 17:23
giffi marauder wrote:
25.11.2021, 12:13
aber ziemlich durchsichtig und wird noch für ziemlich viel Frustration sorgen.
"Märtyrer", die bereit sind, ihre Freiheit bis zum letzten Corona-Toten zu verteidigen, nicht ausgeschlossen.

...
"Impfunwillige" sind im Gegensatz zu "Nicht-Impfbaren" keineswegs eine schutzbedürftige Minderheit. ;)

Und warum sollte es bei "Überlegungen" eine Grenze nach oben geben? :gruebel:
Forderst du da jetzt allen ernstes Denkverbote und Themenzensur? :giggle:
Du kannst es drehen wie Du willst: freiwillig meint freiwillig. Wenn etwas als freiwillig gekennzeichnet ist, ist es schon merkwürdig, wenn dann nach Strafen gerufen wird (in einen Stakkato, einem ununterbrochenem Mantra), wenn man es nicht annimmt.

"Du darfst jetzt freiwillig drei rote Bonbons nehmen".... "was, Du nimmst sie nicht? Dann sperre ich Dich jetzt mal weg"

Klingt logisch. Und das Narrativ, dass es die Ungeimpften seien, die die Infektionsketten nahezu alleine anstoßen - ich bitte Dich... das ist dermaßen absurd, dass es an *ichsagnichtwas* grenzt. Es ist so, weil es so zu sein hat, einfach per Definition?

Womit dann begründet wird, dass man ganz spezifisch nur "Ungeimpfte" vom Leben ausschließt?

Und, wie ich finde, die Politik relativ unverblümt klar macht, dass 2G NICHT dem Schutz oder dem Stop der Infektion dient, sondern der Bestrafung. "überdenken, Konsequenzen tragen".... das hat nichts mit Infektionsschutz zu tun.
Und warum sollte es bei "Überlegungen" eine Grenze nach oben geben? :gruebel:
tja, Du hast Recht. Sollte es nicht geben. Gefängnis und Geldstrafen über mehrere 10.000 Euro sollten ja wohl verhältnismäßig sein. Doch halt.... das kann man ja noch weitersteigern? Warum Denkverbote? Stimmt Giffi, da sollte man ruhig noch weiter denken. :-)
In solche Richtungen IMMER alles erlauben. Wer Bedenken dagegen äußert, gar eine Deeskalation der sich immer weiter zu ungeahnten Höhen schraubenden Straf-Rethorik wünscht: sofort zensieren. Das ist völlig verhältnismäßig. Darauf doch noch ein dickes Lächeln :-)
Freiwillig bedeutet lediglich, dass man frei entscheiden kann.
Freiwillig heisst nicht, dass aus dieser Entscheidung womöglich persönliche negativen Konsequenzen erfogen können.
Wenn du freiwillig auf die heisse Herdplatte greifst, verbrennst du dir die Finger.

Dort wo negativen Konsquenzen den "Freiwilligen" nicht direkt selbst treffen, sondern vor allem andere,
kommt der gesellschaftliche Konsens ins Spiel und die nicht vorhandenen persönlichen negagtiven "Konsequenzen" werden durch
"Strafen" substituiert.
Wenn du freiwillig in die Tasche eines anderen greifst (und erwischt wirst) bekommst du eine Geldstrafe oder kommst gar ins Gefängnis.

Impfpflicht substitiert die negativen Konseqzenzen des freiwilligen Nicht-Impfens für alle durch
persönliche "Konsequenzen" in Form von Strafe.

Freiwillig ist damit die Entscheidung noch immer.
Die Freiwilligkeit würde erst bei einem Zwang enden.

Und nein, "Impfunwillige" werden nicht vom "Leben" ausgeschlossen. :rolleyes:
Das trifft dann doch eher auf "Nicht-Impfbare" zu, die sich ganz unfreiwillig infizieren und womöglich daran sterben. :(

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Kjeldahl » 29.11.2021, 16:56

giffi marauder wrote:
29.11.2021, 09:07
...

Freiwillig ist damit die Entscheidung noch immer.
Die Freiwilligkeit würde erst bei einem Zwang enden.

Und nein, "Impfunwillige" werden nicht vom "Leben" ausgeschlossen. :rolleyes:
Das trifft dann doch eher auf "Nicht-Impfbare" zu, die sich ganz unfreiwillig infizieren und womöglich daran sterben. :(
Du ziehst Vergleiche, die an den Haaren herbeigezogen sind. Wenn man etwas gesellschaftlich betrachtet nicht tun soll, dann ist es verboten und steht unter Strafe. In die Taschen zu greifen ist z.B. verboten. Ich kann alles freiwillig tun - auch das Verbotenste. Aber es bleibt verboten. Sich nicht impfen zu lassen ist erlaubt.


Und überhaupt: Meinst Du, dass Ungeimpfte und Geimpfte sich "freiwillig" infizieren und daran sterben?
Was für eine absurde Haltung. Was für eine Freude an Ausgrenzung und Bestrafung. Woher kommt diese Lust daran? Ich verstehe das schlicht nicht. Ist das so ein deutschsprachiges Ding? :wacko:

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by giffi marauder » 29.11.2021, 17:11

Kjeldahl wrote:
29.11.2021, 16:56
giffi marauder wrote:
29.11.2021, 09:07
...

Freiwillig ist damit die Entscheidung noch immer.
Die Freiwilligkeit würde erst bei einem Zwang enden.

Und nein, "Impfunwillige" werden nicht vom "Leben" ausgeschlossen. :rolleyes:
Das trifft dann doch eher auf "Nicht-Impfbare" zu, die sich ganz unfreiwillig infizieren und womöglich daran sterben. :(
Du ziehst Vergleiche, die an den Haaren herbeigezogen sind. Wenn man etwas gesellschaftlich betrachtet nicht tun soll, dann ist es verboten und steht unter Strafe. In die Taschen zu greifen ist z.B. verboten. Ich kann alles freiwillig tun - auch das Verbotenste. Aber es bleibt verboten. Sich nicht impfen zu lassen ist erlaubt.
Nein, die Gesellschaft kennt nicht nur Verbote, sondern auch Gebote und Pflichten.
Helmpflicht, Gurtenpflicht etc. wird ja wohl auch an dir nicht unbemerkt vorübergegangen sein. :gruebel:
Falls eine Impfpflicht kommt, ist "sich nicht impfen lassen", nicht mehr erlaubt. ;)

Und überhaupt: Meinst Du, dass Ungeimpfte und Geimpfte sich "freiwillig" infizieren und daran sterben?
Impfunwillige haben realistischer die Wahl zwischen impfen oder infizieren.
Wer sich freiwillig gegen die Impfung entscheidet, entscheidet sich freiwillig für die Infektion.

Und ja, dass sich Impfunwillige freiwillig infizieren und daran sterben, kommt auch hin und wieder vor.
Wir haben sogar einen Fall, da hat sich einer freiwillig gegen die notwendige Intensivbehandlung entschieden.
Dass der (oder die anderen) sich frewillig für Sterben entschieden hätte, behaupte ich allerdings nicht. ;)
Ich behaupte ja auch nicht, im Stoßverkehr bei rot über die Kreuzung zu gehen, wäre Selbstmord. :-)

Nicht-Impfbare hingegen (die du seltsamerweise regelmäßig aus unserem Diskurs eliminierst)
haben sich nicht freiwillig gegen die Impfung entschieden.
Und Geimpfte haben sich freiwillig gegen eine Infektion entschieden, dass sie dann womöglich doch infiziert werden,
ändert daran nichts.
Was für eine absurde Haltung. Was für eine Freude an Ausgrenzung und Bestrafung. Woher kommt diese Lust daran? Ich verstehe das schlicht nicht. Ist das so ein deutschsprachiges Ding? :wacko:
Dein Versuch, die Debatte immer wieder auf die persönliche Ebene zu ziehen und
mir (und anderen) Andermeinenden niedrigste Motive zu unterstellen, macht mich zwar zunehmend ärgerlich,
vergrault mich dann aber doch nicht hinreichend. :-)

Also (nochmals) speziell für dich:
Ich halte eine Impflicht für keineswegs wünschenswert aber mittlerweile für notwendig.
Lieber wäre mir, es hätten/würden sich hinreichend viele freiwillig impfen lassen.
Eine Pandemie ist eine schlechte Zeit für "Wünsch DIR was". :rolleyes:
https://www.youtube.com/watch?v=vKnsfwFj-PE

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Troh.Klaus » 29.11.2021, 19:29

Kjeldahl wrote:
29.11.2021, 16:56
Woher kommt diese Lust daran? Ich verstehe das schlicht nicht. Ist das so ein deutschsprachiges Ding? :wacko:
Ja, ist so ein deutsch-sprachiges Ding.
Genauso wie diese unbändige Lust, dem Virus "frei" und ungeimpft entgegen zu treten.
Bleibt gesund!

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Kjeldahl » 30.11.2021, 11:20

Troh.Klaus wrote:
29.11.2021, 19:29
Kjeldahl wrote:
29.11.2021, 16:56
Woher kommt diese Lust daran? Ich verstehe das schlicht nicht. Ist das so ein deutschsprachiges Ding? :wacko:
Ja, ist so ein deutsch-sprachiges Ding.
Genauso wie diese unbändige Lust, dem Virus "frei" und ungeimpft entgegen zu treten.
Was für eine absurde Unterstellung. Niemand möchte einem Virus entgegen treten und davon krank werden. Selbst Geimpfte, also "Immunisierte" fürchten sich :giggle: .... Deutsch scheint mir eher die panische Angst (gibt ja nicht umsonst die "german angst") sowie die Neigung zu sein, in Reih und Glied zu marschieren und Abweichler abzustrafen.

Überhaupt gibt es hier verschiedene Ängste... von denen ausschließlich die Covid-Angst thematisiert wird.
Angst vor einem autoritären Staat, eben die Angst vor dem Virus, Angst vor Armut und Ausgrenzung, Angst vor einem unbekanntem Impfstoff.

Und Angst vor Dogmatikern, die meinen, die alleinige Wahrheit zu kennen.
Ängste sind, was sie sind. Hier scheint es nur eine Angst zu geben, die Angst vor dem Virus. Und sie scheint mir, der ich deutlich mehr Angst vor dem autoritären Staat habe, recht irrational überhöht zu sein.

Dennoch: ich akzeptiere die Angst vor dem Virus - wer wäre ich, jemandem vorzuschreiben, ob er sich impfen lässt oder nicht.

Mir scheint aber, dass die der Virus-Angst ausgesetzten die Ängste der anderen schlicht ignorieren und als nebensächlich (schlimmer noch: dumm, ungebildet, rechts, verschwörungstheoretisch und wissenschaftsfeindlich) abtun und ihre Angst als die einzig gültige Richtschnur ansehen.

Und damit selbst Unterdrückung, Willkür, Zwang und Gewalt zur Durchsetzung ihrer Meinung begrüßen. Sorry. So ist mein Eindruck. Ach ja: :-)
Last edited by Kjeldahl on 30.11.2021, 11:39, edited 1 time in total.

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by Kjeldahl » 30.11.2021, 11:35

Edit: ich werde mich zum Thema nicht mehr äußern, versprochen. Es bringt einfach nichts. Mir ging es schlicht darum, eine andere Seite der Sicht anzubieten. Aber andere Sichten bzw. Perspektiven sind schlicht nicht willkommen.
Also bleibt nur die innere Emigration zum Thema, denn ich habe schlicht weder Zeit noch die Kraft um Toleranz und "try walking in other ones shoes" zu bitten, wenn es nicht einmal einen Spaltbreit Bereitschaft dazu gibt. Und ich habe auch nicht das Recht dazu, das anderen aufzuzwingen.

Es werden ungemütliche Zeiten.

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Re: Corona-Impfpflicht - ja oder nein?

Post by giffi marauder » 30.11.2021, 11:43

Kjeldahl wrote:
30.11.2021, 11:20
Dennoch: ich akzeptiere Eure Angst - wer wäre ich, jemandem vorzuschreiben, ob er sich impfen lässt oder nicht.
Mir scheint aber, dass die der Virus-Angst ausgesetzten die Ängste der anderen schlicht ignorieren und als nebensächlich (schlimmer noch: dumm, ungebildet, rechts, verschwörungstheoretisch und wissenschaftsfeindlich) abtun und ihre Angst als die einzig gültige Richtschnur ansehen.
Jeder ist für seine Ängste selbst verantwortlich, egal ob begründet oder nicht.
Also ich habe keine Angst und schon gar keine Panik.
Wesentliche Richtschnur sind für mich der Pandemie zugrundeliegende Fakten aus Physik, Chemie und Mathematik
und die daraus ableitbare zukünftige Entwicklung.
Und diese betrachte ich ziemlich nüchtern mit besorgen Blicken. ;)
Und damit selbst Unterdrückung, Willkür, Zwang und Gewalt zur Durchsetzung ihrer Meinung begrüßen. Sorry. So ist mein Eindruck. Ach ja: :-)
Ich halte nicht viel davon Meinung "durchzusetzen", sondern mehr davon, diese mit hinreichend belegten Fakten zu "begründen". :-)
Irrtum und Fehlinterpretationen nicht ausgeschlossen. ;)

Und nein, ich "begrüße" weder Unterdrückung, noch Willkür, noch Zwang noch Gewalt
und sehe diese bei auf Basis der Verfassung/Grundgesetz demokratisch legitimierten Pflichten auch nicht gegeben. :-)

Nur weil einer Minderheit an (ziemlich fremdbestimmten) Selbstdenkern nicht in den Kram passt,
was in dieser Form beschlossen wird, macht es das noch nicht automatisch zu "Unrecht". :rolleyes:

Sollte "es" (oder Teile) davon tatsächlich Unrecht sein, so gibts dafür Gerichte bis hin zum Höchstgericht
an die man sich wenden kann. :-)

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