Fridays for Future - Proteste

Der öffentliche Politik-Bereich hat vorerst nur diesen übergreifenden Themen-Bereich - und ist noch im Test-Modus - daher sind weitere Anpassungen möglich. Deutlich mehr Themen finden sich nach Registrierung und Anmeldung.
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Eisrose
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Eisrose wrote: 17.01.2023, 14:32 P.P.S. Und ja: natürlich gibts da einen gewaltigen Klassenunterschied in Sachen CO2-Emissionen. Immerhin umfasst die Gesamtheit aller Superyachten etwa 35 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr (5000 Stk. x 7000 t CO2), also fast zwei Braunkohletagebaue. Zum Erinnerung: beim kritisierten Kohlekompromiss werden 280 Mio. Tonnen innerhalb von 8 Jahren eingespart, also exakt genausoviel, wie die Superyachten in 8 Jahren in die Luft pusten.
Zahlenspiele! Was mir gerade auffällt: In dem von Giffi verlinkten Artikel stösst eine Superyacht im Schnitt 7020 Tonnen CO2 pro Jahr aus. In diesem Artikel, der erstmal darstellt, dass die EU nicht vor hat, da irgendwas zu unternehmen, stösst eine durchschnittliche europäische Superyacht nur 725 Tonnen CO2 aus. Sind europäische Superyachten um den Faktor 10 besser oder ist das ein Fehler?

Und mal ein Vergleich zum Tempolimit: Zumindest im Kohlekompromiss haben wir ja 280 Mio. Tonnen in 8 Jahren eingespart, macht 35 Mio. Tonnen pro Jahr. Aber das sei ja viel zu wenig, was wir da einsparen, jedenfalls nicht der Rede wert, wenn es um Kritik am Kompromiss geht. Viel sind dagegen die 2,8 Mio. Tonnen, nach anderen Studien auch 6,7 Mio. Tonnen, die durch ein Tempolimit eingespart werden können...

Nicht falsch verstehen: natürlich ist ein Tempolimit sinnvoll. Immer! Einfach, weil auch Kleinvieh Mist macht... Aber wenn man die Einsparzahlen erst mal im Kopf hat, verschwinden die halt nicht so leicht...
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Nicoletta »

Der Kohlekompromiss spart erst mal nix ein. Das ist eine Augenwischerei, denn nun wird in kürzerer Zeit genauso viel fossiler Brennstoff genutzt. Weniger wäre es nur wenn entsprechend der Ausbau der Regenerativen überproportional voran getrieben werden würde. Das sehe eich bisher allerdings nicht.
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Eisrose
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Apropos: Da hier immer wieder die symbolhaften Forderungen der Letzten Generation kritisiert wurden. Wie stehts denn mit den Forderungen von Fridays for Future?
Fridays for Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. Explizit fordern wir für Deutschland:
  • Nettonull 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035
Entscheidend für die Einhaltung des 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deshalb fordern wir ab sofort:
  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2
https://fridaysforfuture.de/forderungen/
Besser?

Oder hier zu den Sofortmassnahmen, die FFF fordert.
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Goshun »

Eisrose wrote: 31.03.2023, 17:59 Wie stehts denn mit den Forderungen von Fridays for Future?
Diese Forderungen sind auf alle Fälle um einiges vernünftiger als die LG Chaoten.
Man merkt schon da haben sich Leute wirklich Gedanken um die Themen gemacht und deswegen hat das auch viel mehr Substanz.

Viele Forderungen sind grundsätzlich vernünftig auch wenn der Zeithorizont bei der Umsetzung... ambitioniert ist. Um nicht zu sagen unschaffbar.
Aber das soll nicht das Thema sein... derartiges ist eh nur Gerassel.

Meiner Meinung nach sind Ziele wie "1,5Grad" aufgrund der vielen Unbekannten in der Gleichung sowieso Makulatur.


Wichtig finde ich den Kohleausstieg und die Maximierung der erneuerbaren Energieversorgung. "Nettonull"... naja. Schwierig aber ist natürlich das Ziel.

Die "Miteinbeziehung jüngerer Menschen" finde ich nicht richtig. Das Wahlalter ist inzwischen schon bei 16 Jahren. (in vielen Ländern schon Realität, auch in D geplant meines Wissens) Noch jünger? Sollen Säuglinge wählen gehen? Ich weiß nicht.


Viel interessanter ist hingegen was in den Forderungen fehlt:

Was irgendwie fehlt sind Atomkraft in den künftigen Energiemix... da gehe ich mit FF nicht konform.
Was aber vor allem völlig fehlt sind die Forderungen nach einer Dezentralisierung und Förderung lokaler Energieerzeuger.
Was auch fehlt sind die entsprechenden Abkommen internationaler Art. Es nützt nichts die Wirtschaft in Europa an die Kandare zu nehmen wenn anderswo fröhliche Urstände gefeiert werden.
Was auch fehlt sind Förderungsprogramme für Universitäten und Startups in Grüner Technologie und Dienstleistung. Wir haben in Europa keine Kultur des Risikoinvestments.
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Freitags Schuleschwänzen? Nachteile dafür in Kauf nehmen?

Nicht immer. Die Teilnahme an der FFF-Demo kann auch schon mal verpflichtend für alle Schüler sein...
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Laurin »

Ein offensichtlich manipulierter Brief mit geschwärzten Stellen sollte schon misstrauisch machen. ;)

Durch diese Kürzungen wird nämlich die Information verschleiert, dass es nicht für alle Schüler der Schule galt, sondern nur für eine Klasse, die sich im Rahmen von Projektwochen mehrheitlich dazu entschieden hatte. Mehr Infos hier: https://www.t-online.de/region/leipzig/ ... hmen-.html
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Laurin wrote: 17.09.2023, 17:52
Durch diese Kürzungen wird nämlich die Information verschleiert, dass es nicht für alle Schüler der Schule galt, sondern nur für eine Klasse, die sich im Rahmen von Projektwochen mehrheitlich dazu entschieden hatte.
Ui, ui, ui. Na gut, dass ich das gepostet habe, sonst hätte ich davon vielleicht gar nicht erfahren. Hier erstmal der komplette und ungeschwärzte Brief, der auch eine zweite Seite hatte.

Vorweg: niemand kann zur Teilnahme an einer Demonstration gezwungen werden. Das folgt direkt aus dem Demonstrationsrecht des GG, dass auch das Fernbleiben von einer Demo umfasst. Die Schule ist auch Teil des Staats, das gilt also direkt und unmittelbar.

Insofern ist der Brief klar gesetzeswidrig, auch, wenn er nur eine bestimmte Klasse betrifft. Das verkleinert auch nur den betroffenen Personenkreis.

Jetzt soll aber die Möglichkeit bestanden haben, das diejenigen, die nicht an der Demo teilnehmen wollten, sich dem Unterricht einer niedrigeren Klassenstufe hätten anschliessen können. Dies sei auf einem Elternabend beschlossen worden. Im Brief steht davon nichts, der Elternabend war erst später.

Jetzt wird die Sache kompliziert. Meine Einschätzung:

1.) Der Brief bleibt natürlich trotzdem gesetzeswidrig, denn er enthält ja noch immer die Verpflichtung zur Teilnahme, auch wenn später Alternativen ermöglicht wurden.
2.) Auch, wenn man sich alternativ dem dem Unterricht einer niedrigeren Klasse anschliessen konnte, wäre zu klären, ob hier nicht ein Gruppenzwang zur Teilnahme an der Demo vorliegt.
3.) Was scheinbar keiner auf dem Schirm hat: wie stehts denn mit den Lehrern? Auch die können ja nicht zur Teilnahme an einer Demo gezwungen werden, auch nicht per Dienstanweisung zur Aufsicht über die Schüler. Und die hatten auch nicht die Möglichkeit in den Unterricht einer anderen Klasse zu wechseln.
4.) Demonstrationen beinhalten auch gewisse Gefahren durch Polizei, eskalierende Teilnehmer oder Zuschauende. Auch könnten Persönlichkeitsrechte durch Film und Fotos, die auf Demos immer erlaubt sind, gefährdet sein. Gut, Eltern mussten für die Teilnahme einwilligen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Eltern konkret auf solche Gefahren aufmerksam gemacht werden müssen, wurden sie aber nicht. Dass diese Gefahren durchaus gesehen wurden, zeigt aber der Hinweis auf die Belehrung auf Verhaltensregeln der zweiten Seite. Auch könnte ich mir vorstellen, dass eine Demonstrationsteilnahme im Rahmen des Schulunterrichts hinsichtlich solcher Gefahren generell problematisch ist.
5.) Auch hinsichtlich des Neutralitätsgebots des Unterrichts könnte ich mir vorstellen, dass eine Demonstrationsteilnahme im Rahmen des Schulunterrichts immer problematisch ist.
6.) Dass die Schüler der Klasse mehrheitlich die Teilnahme beschlossen hatten, ändert nichts an der Sachlage.

Da würde mich ja mal die Einschätzung von einem Anwalt interessieren...
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Laurin
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Laurin »

Den einzig wirklichen Kritikpunkt kann man m.E. nur an der 'verpflichtenden Teilnahme' sehen, der nach Auskunft der Schule aus aufsichts- und versicherungsrechtlichen Gründen so formuliert wurde, für den dann aber nach den verschiedenen Bedenken im Elternabend alternative schulische Möglichkeiten geschaffen wurden. Also alles gut sollte man meinen.

Aber was fällt den frechen Rotzlöffeln und Gören von dieser Klasse auch ein, sich zu den Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz usw. ausgerechnet auf einer Demo von FFF umschauen zu wollen - die hätte doch wirklich auf irgendeiner Wiese Gänseblümchen zählen können! :o Und schlimmer noch das Lehrpersonal, was die Gelegenheit zum kritischen Diskurs in diesen Themen auch noch praxisnah ermöglicht, statt an der Tafel einschläfernd irgendwelche Themen zu referieren! :P
Sorry, so etwas ist für mich praxisnahe Demokratie und kritisches Denken zu fördern, absolut vorbildlich, solange es der Wille der Schüler und Lehrer ist und nicht von oben herab übergestülpt wird. Und es ist spannend und lebendig, und FFF-Kundgebungen sind bekannt für die absolut friedlichen Verläufe, also irgendeine Gefährdung gab es da nicht, und die Eltern waren vorab auch einbezogen worden. Dazu wurde in der Vorbereitung eine kritische Distanz zum Geschehen empfohlen, und auch eine schulische Nachbereitung des Erlebten war vorgesehen. Besser kann Schule mit diesen Themen eigentlich nicht umgehen. Niemand wurde angehalten sich an irgendwelchen Sprechchören oder ähnlichem zu beteiligen, kritische Distanz war angesagt!
Es kann ja nicht sein, dass wir unsere Schüler in Watte einpacken - und wenn sie dann trotzdem hingehen, sie wegen 'Schulschwänzens' unter Druck setzen. Viel besser ist es, wenn Schule offen ist für die Interessen, Wünsche und Anliegen der Schüler und versucht diese kreativ mit einzubeziehen - so macht Lernen dann auch wieder Spaß!

Der eigentliche Skandal liegt m.E. darin, dass von der rechten Szene mit dem manipulierten Brief eine eigentlich vorbildlich geplante schulische Maßnahme nur wegen des den Rechten missliebigen Themas instrumentalisiert und skandalisiert wurde.

Was ich aus all den Berichten aber nicht entnehmen kann, wurde das dann eigentlich so durchgeführt oder wegen des Heiopeis in den sozialen Medien abgesagt?
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Laurin wrote: 17.09.2023, 23:04 Den einzig wirklichen Kritikpunkt kann man m.E. nur an der 'verpflichtenden Teilnahme' sehen, der nach Auskunft der Schule aus aufsichts- und versicherungsrechtlichen Gründen so formuliert wurde, für den dann aber nach den verschiedenen Bedenken im Elternabend alternative schulische Möglichkeiten geschaffen wurden.
Aufsichts- und versicherungsrechtliche Gründe hier, das Grundgesetz mit der Demonstrationsfreiheit (die auch die Freiheit zur Nichtteilnahme umfasst) dort. Mir fällt die Abwägung da leicht.
Laurin wrote: 17.09.2023, 23:04 Sorry, so etwas ist für mich praxisnahe Demokratie und kritisches Denken zu fördern, absolut vorbildlich, solange es der Wille der Schüler und Lehrer ist und nicht von oben herab übergestülpt wird.
Ist es für Dich auch noch "praxisnahe Demokratie und kritisches Denken zu fördern", wenn demnächst dann Schüler in Cottbus bei einer AfD-Demo mitlaufen möchten?
Laurin wrote: 17.09.2023, 23:04 Niemand wurde angehalten sich an irgendwelchen Sprechchören oder ähnlichem zu beteiligen, kritische Distanz war angesagt!
Na toll, ich muss zwar mitdemonstrieren, brauche mich aber nicht an Sprechchören beteiligen! :-D Na da bin ich ja beruhigt. :-))
Laurin wrote: 17.09.2023, 23:04 Der eigentliche Skandal liegt m.E. darin, dass von der rechten Szene mit dem manipulierten Brief eine eigentlich vorbildlich geplante schulische Maßnahme nur wegen des den Rechten missliebigen Themas instrumentalisiert und skandalisiert wurde.
Klar. Die Rechten instrumentalisieren wieder. Thema erledigt. Abgehakt. Dass da lange nicht alle Kritiker rechts sind, zeigt ein kurzer Blick auf die Kommentare. Laurin! So nicht!
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Nicoletta »

Wir kennen ja nicht mal die Authentizität.

Wenn Eltern, Kids meinen das ist nicht richtig so, dann sollen die sich an die Schule wenden und das klären.

Was hier jedoch versucht wird ist ein Framing "Scheu hier werden Kinder gezwungen an einer Demo teilzunehmen. Soweit geht geht die grüne Regierung"
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Nicoletta wrote: 17.09.2023, 23:32 Wir kennen ja nicht mal die Authentizität.
Doch inzwischen schon. Lars Wienand hat das recherchiert und den Originalbrief ungeschwärzt veröffentlicht.
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Nicoletta »

Eisrose wrote: 17.09.2023, 23:34
Nicoletta wrote: 17.09.2023, 23:32 Wir kennen ja nicht mal die Authentizität.
Doch inzwischen schon. Lars Wienand hat das recherchiert und den Originalbrief ungeschwärzt veröffentlicht.
siehe oben
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Nicoletta wrote: 17.09.2023, 23:35
Eisrose wrote: 17.09.2023, 23:34
Nicoletta wrote: 17.09.2023, 23:32 Wir kennen ja nicht mal die Authentizität.
Doch inzwischen schon. Lars Wienand hat das recherchiert und den Originalbrief ungeschwärzt veröffentlicht.
siehe oben
Was heisst siehe oben? Die Authentizität des Briefes ist inzwischen bestätigt. Nichts siehe oben.
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Eisrose »

Und das halte ich in dieser Absolutheit für Unsinn:
Nicoletta wrote: 17.09.2023, 23:32 Was hier jedoch versucht wird ist ein Framing "Scheu hier werden Kinder gezwungen an einer Demo teilzunehmen. Soweit geht geht die grüne Regierung"
Ebenso wie das:
Laurin wrote: 17.09.2023, 23:04Der eigentliche Skandal liegt m.E. darin, dass von der rechten Szene mit dem manipulierten Brief eine eigentlich vorbildlich geplante schulische Maßnahme nur wegen des den Rechten missliebigen Themas instrumentalisiert und skandalisiert wurde.
Es gibt sehr gute Gründe, die Geschichte zu kritisieren. Mit solchen Totschlagargumenten treibt ihr Leute echt nach rechts. Ich merke das, weil ich das selber so fühle.

Oder klärt mich mal auf, wo der Unterschied wäre, wenn Schüler aus Burg, da ist das ja nicht abwegig, bei der nächsten AfD-Demo in Cottbus dabei sein wollen? Wer das nicht will, geht in den Unterricht in einer anderen Klasse. Oder wäre das auch in Ordnung?
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Re: Fridays for Future - Proteste

Post by Laurin »

Eisrose wrote: 17.09.2023, 23:42 ...
Oder klärt mich mal auf, wo der Unterschied wäre, wenn Schüler aus Burg, da ist das ja nicht abwegig, bei der nächsten AfD-Demo in Cottbus dabei sein wollen? Wer das nicht will, geht in den Unterricht in einer anderen Klasse. Oder wäre das auch in Ordnung?
Wäre ich Lehrer, würde ich - so es denn der mehrheitliche Wille der Klasse wäre - da ebenfalls eine neutrale Beobachterrolle für die Kids organisieren und dass dann später thematisch mit der Klasse aufbereiten. Voraussetzung wäre aber, dass ein ebenso friedlicher Verlauf wie bei den FFF-Veranstaltungen zu erwarten wäre - sonst nur aus sicherer Distanz.

Ich glaube dass das ein ganz wichtiges Element von Schule sein muss, sich einerseits nicht mit bestimmten politischen Richtungen gemein zu machen oder zu indoktrinieren, andererseits aber auch politische Bildung zu leisten und vor allem, den politischen Diskurs zu lernen, zu lernen Sachverhalte zu analysieren und zu objektivieren, Fake News und Parolen zu erkennen - usw. Wo ging das besser als am lebenden Beispiel?

;)

PS: Und ich treibe niemanden nach rechts, hoffe ich doch sehr. Aber solche manipulierten Skandalisierungen von rechts wie mit dem geschwärzten und gekürzten Schreiben muss man als das benennen was sie sind: Rechte Propaganda. Ansonsten kann man sicher viele Bedenken hin und her schieben und diskutieren, wenn man das auf ehrlicher und sachlicher Ebene tut. Aber im Grunde geht das nur die Betroffenen, also die Kids, Schüler und Eltern etwas an. Ich persönlich würde diese Art des mutigen Unterrichts eher beglückwünschen - wir brauchen Mut und Engagement im Land, und Schulen müssen vor allem für die Kids da sein, und nicht umgekehrt!
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